"profil": Datenklau auch im ORF - zentraler Redaktionscomputer angezapft

Dichte Hinweise auf parteipolitischen Hintergrund

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinden Ausgabe berichtet, besteht der dringende Verdacht, dass auch das zentrale Redaktionssystem des ORF angezapft wurde und wichtige vertrauliche Hinweise an eine Partei, oder sogar mehrere Parteien gegangen sind. ORF-Intendant Hannes Leopoldseder bestätigt im Gespräch mit "profil", derzeit laufende Untersuchungen: "Es gibt Vermutungen, dass Redaktionsgeheimnisse auf diesem Weg nach außen gedrungen sind".

Im angezapften Redaktionssystem sind Sendepläne, aber auch Sende-und Moderationstexte der Zeit im Bild vor deren Ausstrahlung gespeichert. In den vergangenen Wochen hatten Politiker wiederholt im ORF schon vor der Ausstrahlung von Nachrichtensendungen interveniert, deren Inhalte sie eigentlich noch gar nicht kennen konnten.

Erste Überprüfungen haben ergeben, dass das ORF-Computersystem nicht von außen geknackt wurde. Nun wird untersucht, ob - ähnlich wie im Fall des Polizei-Computers - Mitarbeiter des Hauses Dateien an Politiker weitergegeben haben.

Das ORF-Management will sich zur Frage, welche Partei für diese Spitzelaktion verantwortlich sein könnte, nicht äußern. Intendant Leopoldseder: "Ich will das ganz bewusst nicht personalisieren. Wir müssen jetzt einmal alles tun, um die Redaktionen hundertprozentig zu schützen."

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