AK: "Crash-Budget" dämpft Konjunktur schneller als befürchtet

Wien (AK) - Die Warnungen der Arbeiterkammer, dass der Crashkurs
bei den Budgets 2000 und 2001 das Wachstum bremsen und damit den Arbeitsmarkt unter Druck setzen wird, bestätigen sich schneller als befürchtet. Das erklärt AK-Wirtschaftsdirektor Werner Muhm zur heute veröffentlichten Konjunkturprognose. Den vom Wifo prognostizierten Rückgang um 0,25 Prozent des BIP allein wegen der Belastungspakete bezeichnet Muhm als "niedrig angenommen". Die AK Experten befürchten außerdem, dass die Inflation im Jahresschnitt 2001 deutlich über den prognostizierten 1,5 Prozent liegen wird. Die Entwicklungen der letzten Monate lassen den Schluss zu, dass diese Entwicklung auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden soll, so Muhm. Der Wirtschaft gehe es ausgezeichnet, prognostiziert wird ein gleichbleibend starkes Wachstum der Sachgüterproduktion und ein Ansteigen der Exporte. Muhm warnt davor, dass nach den Belastungspaketen durch die Regierung, der Umverteilungspolitik von den Arbeitnehmern zur Wirtschaft nun auch die Inflation voll auf die Arbeitnehmer abgewälzt wird. ***

Zu Jahresbeginn wird die Inflationsrate über 2 Prozent liegen, schätzen die AK Experten. Damit ist aber eine Jahresinflationsrate von 1,5 Prozent, wie vom Wifo prognostiziert, "sehr optimistisch" -notwendig wäre eine Senkung im Lauf des Jahres auf unter 1 Prozent, um diesen Schnitt zu erreichen. Das aber zeichne sich leider überhaupt nicht ab, so Muhm. Als "ökonomisch absurd" bezeichnet Muhm das Argumentieren mit einer "Kerninflation": "Die Wirtschaft kann sich nicht zwei Inflationsraten zusammenbasteln - eine hohe als Grund für Preiserhöhungen und eine niedrige für die Lohnverhandlungen." Schließlich sei in den guten Jahren niedriger Inflation und sinkender Energiepreise den Arbeitnhemern auch kein "Bonus wegen sinkender Preise" gegeben worden.

"Leider bestätigt" sieht Muhm die Warnungen der Arbeiterkammer vor einer wachstumsschwächenden Wirkung der Budgetpolitik der Bundesregierung durch die heute revidierte Konjunkturprognose. Dass allein aus den Belastungspaketen das Wachstum um 0,25 Prozent des BIP niedriger sein wird als zuletzt erwartet, bezeichnet Muhm als "noch niedrig angenommen". Wenn es zu den angekündigten Steuererhöhung und der Streichung von Arbeitnehmeransprüchen kommt, wird der Kaufkraftrückgang die Konjunktur stärker dämpfen, befürchtet Muhm. Obwohl die Wirtschaft hervorragend dastehe, die Gewinne steigen und Sachgüterproduktion und Exporte weiter wachsen werden, sollen laut Wirtschaftsvertretern die Lasten aus der Inflation die Arbeitnehmer tragen - das aber wäre für Kaufkraft und Konjunktur fatal, so Muhm.

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