Görg: Neue Volksschule und Kindertagesheim im 2. Bezirk

Wien, (OTS) Zur Präsentation des Siegermodells eines EU-weiten Wettbewerbs zum Neubau einer Volksschule und eines Kindertagesheimes im 2. Bezirk lud Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg am Freitag, den Vorsitzenden der Jury, Architekten DI Richard Mahnal und den Sieger, Architekt Martin Kohlbauer, des im Sommer ausgeschriebenen Wettbewerbs. Die Verlängerung der U2 nach Leopoldstadt (U2-neu nach Stadlau/Aspern) beinhaltet auch den "Abbruch" einer bestehenden Schule und eines Kindertagesheimes. Da von Anfang an klar war, dass öffentliche Einrichtungen, die abgerissen werden müssen, in unmittelbarer Nähe neuzubauen bzw. zu ersetzen sind, wurde im Sommer dieses Jahres ein Wettbewerbsverfahren zum Neubau einer Volksschule und eines Kindertagesheimes eingeleitet. Der geplante Neubau sieht die Errichtung einer Volksschule mit 13 Klassen, Sonderunterrichtsräumen, Mehrzweckraum, Verwaltung, Turnsaal und Freiflächen und eines Kindertagesheimes mit fünf Gruppen mit Mehrzweckraum vor. Die Errichtungskosten werden derzeit auf ca.
ATS 170.Mio. geschätzt.****

"Der Architekt hat sich sehr intensiv mit den Vorgaben der räumlichen Rahmenbedingungen aber auch mit kindergerechter Planung auseinandergesetzt," sagte Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg. "Ich freue mich, dass mit dem Vorschlag von Architekt Kohlbauer
auch ein eigenes Freiraumverknüpfungskonzept erarbeitet wurde. Die Überlegung, Innen mit Außen zu verzahnen, ist speziell bei Kindern ideal gewählt. Wenn ich von gartenseitigen Terrassen, einem Wintergarten und einer Freiluftklasse höre, dann hat das für mich schon sehr viel Phantasie."

Art des Wettbewerbsverfahrens:

EU-weites Bewerbungsverfahren. Von 98 Interessenten wählte
die Jury 13 Bewerber für die Teilnahme an einem anonymen Gutachterverfahren aus.

Termine:
o Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen: 07.06.2000
o Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 20.09.2000
o Beratung der Jury: 02.10.2000
o Baubeginn: 2001

Jury: Mitglieder des Preisgerichtes:
o Arch. DI Richard Manahl (Vorsitzender)
o Prof. DI Gunther Wawrik (stv. Vorsitzender)
o Bereichsdirektor Dr. Ferdinand Podkowicz
o Arch.DI. Harald Trautner (MD-BD, Gruppe Hochbau)
o OSR. Dr. Klaus Göller (MA 56)
o SR. Rüdiger Hälbig (MA 19, Schriftführer)
o OSR. Dr. Christa Raffelsberger (MA 11a)
o Gerda Wurst (MA 4)
o Gerhard Kubik (Bezirksvorsteher für den 2. Bezirk), später

vertreten durch BR Bohle

Teilnehmer:
o MVRDV, Maas, Van Rijs, Rotterdam
o ZVI Hecker Architekt, Berlin
o Feichtinger Architectes, Paris
o Architekt Prof. DI. Rüdiger Lainer, Wien
o Riegler Riewe Architekten ZT GmbH, Graz
o Architekten Nehrer + Medek Arbeitsgemeinschaft, Wien
o Architekten DI Martin Kohlbauer, Wien
o Architekten DI. Dr. Patricia Zacek, Wien
o ARGE Heimbau, Arch. Domenig, Arch. Ott, Wien
o Architekt DI Andreas Treusch, Wien
o Architekt DI Hans Hollein, Wien
o Architekt DI Lichtblau, Wagner, Lorbek, Stosch, Wien
o Architekten DI Adolf Krischanitz, Wien

MVRDV und Arch. Hollein zogen aus Kapatzitätsgründen die Teilnahme zurück.

o 1. Preis: Arch. DI. Martin Kohlbauer, Ausführungsplanung
o 2. Preis: Arch. DI. Andreas Treusch, 120.000 Schilling
o 3. Preis: Arch. Nehrer + Medekk 120.000 Schilling

Beschreibung des Siegerprojektes (Juryprotokoll) Projekt Nr.5

Das Projekt zeichnet sich durch eine starke, raumgreifende, gleichwohl konzentrierte Formulierung der Baumassen aus. Von dem richtig zur Wohnbebauung und zur U-Bahnstation situierten Haupteingang mit mehrgeschossiger Halle wird eine winkelförmige Bebauung um den zentral angelegten Turnsaal konzipiert. Hervorzuheben ist die sehr phantasievolle funktionsgerechte Verzahnung von Innen-und Außenraum und die visuelle Einheit mit
dem großzügig erhaltenen Grünraum im Osten des Gebäudes.

Das Gebäude ist ein Monolith - das Preisgericht würdigt ausdrücklich die bauplastischen Qualitäten des Gebäudes in bezug auf die nähere und weitere Umgebung des Bauplatzes. Über die, gegen die U-Bahntrasse eher abweisende Front, gibt es - bei Akzeptanz der akustischen Vorteile - innerhalb des Preisgerichtes unterschiedliche Meinungen. Die Verkehrswege innerhalb des
Gebäudes werden sinnvoll zu Pausenflächen mit sehr guter räumlicher Qualität genutzt. Nicht akzeptabel erscheint die behindertengerechte Erschließung des unteren Kindergartenniveaus mit dem zentralen Lift für Schule und Kindergarten. Hier müsste in einer weiteren Bearbeitung eine bessere Lösung erzielt werden,
ohne die Absenkung des Außenraumes aufzugeben.

Insgesamt stellt das Projekt eine sehr gute, für die
Situation maßgeschneiderte Lösung mit hohen gestalterischen Qualitäten dar. Es ist ein hohes Maß an Identifikationsmöglichkeiten für Kinder und Lehrer zu erwarten. Die vergleichsweise niedrige Kubatur des Bauwerkes lässt eine wirtschaftliche Errichtung, die Kompaktheit des Gebäudes entsprechend günstigerer Betriebskosten erwarten.
Die vom Planverfasser vorgeschlagene Nutzung der U-Bahnbögen
sollte - trotz aller bürokratischer und rechtlicher
Schwierigkeiten - weiter betrieben werden.

Projektbeschreibung des Architekten: Umfeld Wechselwirkung

Die Lage an der U-Bahn sowie der außergewöhnlich reizvolle Baumbestand bestimmen hinsichtlich Orientierung und Außenbezüge die Gestalt der Gesamtkomposition. (Schluss) lei

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Leitner
Tel.: 4000/81 414
e-mail: lei@gpz.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK