Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik

Klagenfurt (OTS) - "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Ausverkauf der Wälder=

Utl.: Ausgabe vom 5. Okt. 2000=

Weil die Regierung Geld braucht, sollen in
Österreich 50.000 Hektar Wald verscherbelt werden. Genau genommen erwartet sich Grasser drei Milliarden Schilling vom Verkauf eines Teiles der Bundesforste, die über eine Fläche von 856.000 Hektar verfügen. Ein Deal, der auf Widerstand stößt und zu einer Volksbefragung in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark führen soll. Warum nicht auch in Kärnten?
Mit dem Ausverkauf des Waldes hängen nicht nur die Wasserversorgung und der Tourismus zusammen, sondern auch die Frage, wer künftig noch die Natur genießen darf und wer nicht. Sollten die Wälder privatisiert werden, taucht eine grauenhafte Vision auf:
Verbotsschilder hinter jedem Baum und Zäune über Zäune.
Von der Regierung wird ins Treffen geführt, die kleinen Bauern sollen die Möglichkeit erhalten, Wald zu kaufen. Purer Zynismus, denn in Wahrheit sahnen die Superreichen ab. Wie ist es denn in Kärnten? Der Holz- und Jagdbaron Tilly erwarb riesige Wälder, rodet sie und verkauft die teils kahlen Flächen an die Bauern. Ein lukratives Geschäft. In anderen Bundesländern, etwa in Salzburg, heißen die Großjagdbesitzer Prinzhorn, Pappas, Treichl und Porsche. Ganz zu schweigen von den deutschen Milliardären. Sie roden zwar nicht, kaufen aber dazu. Hinter dem Ausverkauf des Waldes steckt egoistische Gesellschaftspolitik. Eine wenige wollen mit ihrem Kapital das Sagen haben, während der kleine Mann Steuern zahlen darf und gefälligst in seinen vier Wänden sitzen bleiben und dem Herrgott dafür danken soll.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI