WirtschaftsBlatt über die AUA Eine chaotische Flugshow von Wolfgang Unterhuber

Wien (OTS) - Ex-Rennfahrer und Flugunternehmer Niki Lauda kämpft wieder einmal ums Überleben. Diesmal ums wirtschaftliche. Seiner Fluglinie droht für heuer ein Verlust von rund einer halben Milliarde Schilling. Kann er das Ruder nicht schnell herumreissen, fliegt die gesamte AUA-Gruppe (die AUA AG hält 36 Prozent an Lauda und 100 Prozent an der Tyrolean) in die roten Zahlen. Freilich soll auch das Ergebnis bei der AUA AG laut Brancheninsidern alles andere als besonders positiv sein. Lauda versucht nun zu retten, was zu retten ist. Zur Not so liess er jüngst wissen werde er auch mit seinem Privatvermögen einspringen. Der AUA-Vorstand versucht unterdessen, die vollständige Kontrolle über die Lauda Air zu erhalten. Mögliche Szenarien dafür sind die Umwandlung der Fluglinie in eine GmbH, der Kauf des Lauda-Streubesitzes, der eine knappe Mehrheit sichern würde oder die vorzeitige Einlösung der Kaufoption auf 23 Prozent von Niki Laudas Anteilen. Ob das dann alle Probleme wegzaubert und Aktionäre dazu bewegen könnte, die dahintümpelnden Lauda- und AUA-Papiere zu kaufen, bleibt fraglich. Zumindest bisher hatte man den Eindruck, dass die drei Fluglinien der Gruppe mehr gegeneinander als miteinander arbeiten. Das beginnt damit, dass sich die Manager untereinander öffentlich Ratschläge erteilen und hört bei fehlenden Synergieeffekten auf. AUA und Lauda fliegen unterschiedliche Flugzeugmarken und selbst der Treibstoffeinkauf erfolgt getrennt. So nebenbei geraten die Manager auch über die Streckenaufteilung regelmässig aneinander. Für derlei unternehmerische Sünden - immerhin sind Lauda und AUA seit vier Jahren verbunden - sind aber nicht nur die Manager, sondern auch die Eigentümervertreter verantwortlich. Und das ist der AUA-Aufsichtsrat. Der aber vertraut offensichtlich weniger den eigenen als fremden Fähigkeiten. Internationale Consulter sollen jetzt die Finanzlage bei Lauda prüfen und ein Umstrukturierungskonzept für die Gruppe erstellen. In Wirklichkeit geht es darum, dass sich die Verantwortlichen rasch entscheiden müssen, was sie überhaupt wollen. Eine Unternehmen, das - zum Gaudium der Konkurrenz - fröhlich auseinanderfliegt, oder einen vereinheitlichten, schlagkräftigen und wettbewerbsfähigen Konzern. (Schluss) wu

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