Das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen

Zuverlässige Orientierungshilfe für Einkäufe im Internet

Wien (PWK 848) - Bereits im Dezember 1999 hat das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) in Zusammenarbeit mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) den Internet Ombudsmann geschaffen, eine Informations- und Beratungsstelle zum Thema "Online-Shopping", die unter http://www.ombudsmann.at sowohl Konsumenten als auch Anbietern zur Verfügung steht. Zugleich wurde mit der Entwicklung eines gesetzlich verankerten Gütezeichens für Online-Anbieter begonnen.

Das nunmehr vorgestellte Österreichische E-Commerce-Gütezeichen berücksichtigt die vom Internet Ombudsmann gesammelten praktischen Erfahrungen. Die Entwicklung der Vergabekriterien erfolgte gemeinsam mit Experten der Arbeiterkammer, des Bundesministeriums für Justiz, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, den Internet Service Providern Österreichs (ISPA) und der Wirtschaftskammer Österreich. Das Projekt, mit dem Österreich zu den Vorreitern bei der Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für Online-Shopping in Europa gehört, wurde auch von der Europäischen Kommission gefördert. Alle künftigen Gütezeichenträger müssen sich einer zugleich geschaffenen außergerichtlichen Streitschlichtungsstelle unterwerfen. Die Verfahrenskriterien für diese Schlichtungsstelle basieren auf Empfehlungen der EU und wurden von Experten des Bundesministeriums für Justiz erstellt.

Probleme meist durch Unkenntnis

Die bisher vom Internet Ombudsmann behandelten Beschwerden von Online-Konsumenten zeigen, dass ein Großteil der Probleme auf fehlendes Know-how der Betreiber bei der Einrichtung professioneller Shops, Probleme in der Logistik und die mangelhafte Umsetzung gesetzlicher Regelungen zurückzuführen ist. Nur etwa fünf Prozent der Beschwerdefälle gehen auf vorsätzlichen Betrug oder den Missbrauch von Kreditkartendaten zurück.

Univ.-Doz. Dr. Hanspeter Hanreich von der Wirtschaftkammer Österreich: "Kundenorientierung, Flexibilität und Schnelligkeit gehören zu den Erfolgsfaktoren in der ‚New Economy‘. Internet-Dienstleistungen werden sowohl von den Konsumenten als auch im Business-to-Business-Bereich nur angenommen, wenn geordnete Rahmenbedingungen für störungsfreies Funktionieren sorgen. Das ‚E-Commerce-Gütezeichen‘ soll dem Online-Geschäft in Österreich zusätzliche Schubkraft verleihen."
Mit dem Gütezeichen sollen besonders kleine und mittlere Unternehmen bei ihren Online-Aktivitäten unterstützt werden, denn in diesem Bereich gibt es den größten Aufholbedarf: Bei einer kürzlich vom ÖIAT durchgeführten Querschnittanalyse der Internet-Auftritte von 115 kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich ("E-Quality in österreichischen Unternehmen", 2000, DI Klaus Mühlbauer, weitere Infos unter www.updateKMU.at) wurde festgestellt, dass nur 25 Prozent der untersuchten Unternehmen alle gesetzlichen E-Commerce-Vorschriften erfüllen.

Ab sofort erhältlich

Das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen kann ab sofort unter http://www.guetezeichen.at oder beim ÖIAT/Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen, 1050 Wien, Margaretenstraße 70/2, beantragt werden. Gütezeichen-Hotline: 01/595 21 12 59.

Die Umsetzung und Einhaltung der strengen Vergaberichtlinien wird vor der Vergabe und danach durch mindestens jährliche Stichproben und Testeinkäufe von unabhängigen Experten überprüft. Im Rahmen dieser Überprüfung werden die Unternehmen ausführlich über die rechtlichen Rahmenbedingungen für E-Commerce und die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften informiert.

Mit den Vergabekriterien des Gütezeichens wurden unter anderem in den Bereichen Anbieter-Identifizierung, Vertragsbedingungen, Produktbeschreibung, Zahlungsformen, zulässige Reaktionszeiten, Rücktritts- und Rückgaberecht und Datenschutz neue Qualitätsstandards definiert.

Wirtschaftskammer gibt Starthilfe

Im Rahmen einer von der Wirtschaftskammer ermöglichten Startoffensive bezahlen Unternehmen bis Ende dieses Jahres keine Nutzungsgebühr für das Gütezeichen. Ab 2001 beträgt die Gebühr 5.000 Schilling pro Jahr. Die Kosten der Erstüberprüfung und der damit verbundenen Beratungsleistungen sind vom Aufwand abhängig, können jedoch - je nach Branche - zum Teil durch Förderungen von Bund, Ländern oder EU abgedeckt werden.

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