Brauner bei Plattform gegen gemeinsame Obsorge nach Scheidung

Für das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse nach der Scheidung

Wien, (OTS) Unter dem Titel "für das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse nach der Scheidung" fanden einander Dienstag,
im Kosmos-Frauenraum eine Vielzahl von PolitkerInnen, JuristInnen und Betroffene, um ihre Ablehnung gegen die Regierungsvorlage zur gemeinsamen Obsorge nach der Scheidung zum Ausdruck zu bringen. Im Rahmen eines Pressegespräches mit den ehemaligen Frauenministerinnen Mag. Barbara Prammer und Johanna Dohnal, aber auch Elfriede Hammerl, der Scheidungsanwältin Dr. Helene Klaar und dem Kinderpsychiater und Gerichtsgutachter Univ.Prof. Dr. Max Friedrich erläuterte dann Wiens Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner neuerlich ihre Bedenken gegen den Regierungsentwurf:
"Gemeinsam Obsorge heißt im Klartext Abhängigkeit des einen Elternteils vom anderen Elternteil. In der Regel bedeutet das vor allem für die Frauen einen großen Schritt zurück", unterstrich Brauner. "Statt Konflikte zu verringern, werden sie durch dieses Vorhaben vergrößert und die Frau wird dadurch zur Bittstellerin gegenüber dem Mann. Der Mann kann somit auch noch nach der Scheidung und auch dann, wenn die Kinder bei der Mutter leben,
Druck auf die Mutter ausüben", verdeutlichte die Stadträtin weiter.****

Wer wirklich an einer gemeinsamen Verantwortung für die
Kinder interessiert ist, hat zudem, so Brauner weiter, bereits
jetzt die Möglichkeit die gemeinsame Obsorge vertraglich zu
regeln. Viele Männer machen von dieser Regelung bislang aber nicht Gebrauch. Für Brauner ein Indiz mehr, dass es wie in vielen
anderen Bereichen auch, der Bundesregierung nicht um die Verbesserung der Situation der Kinder oder gar der Mütter gehe, sondern um Gesellschaftspolitik gegen die Eigenständigkeit von Frauen.

Nach dem Regierungsvorhaben tritt die gemeinsame Obsorge bei einer "einvernehmlichen Scheidung" automatisch in Kraft. "Niemand weiß, wie die ehemaligen Ehepartner nach der Scheidung miteinander auskommen, zudem suggeriert der Begriff ‚einvernehmliche Scheidung’ einen Zustand, der nur in den wenigsten Fällen auch tatsächlich zutrifft", machte Brauner aufmerksam. Im Scheidungsverfahren kann der Mann künftig die gemeinsame Obsorge als Druckmittel gegen sein Frau verwenden: Und gerade bei Scheidungsverfahren wegen Gewalt gegen Frauen wäre die Frau nach der Scheidung durch die gemeinsame Obsorge weiterhin Repressalien durch den Mann ausgeliefert.

"Mit der Regelung der gemeinsamen Obsorge wird das Familienrecht um Jahrzehnte zurückgeworfen. Wie es im Alltag aussehen wird, können wir uns jetzt schon ohne viel Fantasie ausmalen: Die Mutter hat die Pflichten und die Arbeit, der Vater
hat das Sagen und das alles passiert auf dem Rücken der Kinder", prophezeite Brauner.

"Eine moderne Frauenpolitik steht für ein selbstbestimmtes
und eigenständiges Leben von Frauen, sie steht im Sinne einer modernen Familienpolitik auch für bestmögliche Voraussetzungen für das Leben der Kinder", verdeutlichte die Wiener Frauenstadträtin abschließend ihre Ablehnung der gemeinsamen Obsorge. (Schluss) kat

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