ÖGJ: Regierung bestraft durch ihre Blindheit besonders die Lehrlinge

Als Geschenk zum Lehrabschluss sollen Lehrlinge nun vier Wochen kein Geld bekommen

Wien (ÖGJ). "Wir bitten die Bundesregierung, endlich ihre Brillen aufzusetzen und sich das von ihnen verursachte ,treffsichere' Desaster einmal genau anzuschauen. Ich bin kein Optiker, aber hier muss es sich um gravierende Fehlsichtigkeit handeln", ist der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Albert Maringer, entsetzt. "Arbeitslosen vier Wochen das Geld zu streichen ist schlimm genug, aber niemand scheint dabei bedacht zu haben, dass hier Lehrlinge ganz besonders betroffen sind. Jedes Lehrverhältnis ist ein befristetes Dienstverhältnis. Es kann doch nicht sein, dass diese Bundesregierung junge Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung ohne Geld auf die Straße setzen will."++++

Maringer: "Nach den am 1. September bereits in Kraft getretenen unzähligen Verschlechterungen in der Lehrlingsausbildung nun den Jugendlichen auch noch kein Geld zu geben, wenn sie nach dem Lehrabschluss vom Unternehmer auf die Straße gesetzt werden, ist schlicht und einfach inakzeptabel." So würden pro Jahr tausende Jugendliche, die in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht weiterarbeiten können, vier Wochen kein Geld bekommen und so noch zusätzlich bestraft.

"Diese Bundesregierung dürfte Jugend kein bisschen mit Zukunft verknüpfen. Durch die Kürzung der Behaltefrist nach Abschluss der Lehre und die extrem langen Wartezeiten beim Zivildienst, sind Jugendliche wohl noch nicht genug benachteiligt. Jetzt will man sie für den Abschluss der Lehre auch noch mit vier Wochen ohne Geld bestrafen", so Maringer. "Dafür kann es von unserer Seite keine Akzeptanz geben. Wir fordern die Bundesregierung auf, dieses Wahnsinnsvorhaben zu stoppen." (aw)

ÖGB, 4. Oktober 2000
Nr. 811

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