Gewerbekonjunktur: Aufwärtstrend verstärkt sich

Auftragslage und Umsätze im 3. Quartal besser als im Vorjahr -Ertragslage ist jedoch in fast allen Branchen schlecht

Wien(PWK846) Der Konjunkturmotor Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung brummt immer kräftiger. "Im 3. Quartal hat sich der Aufwärtstrend weiter verstärkt. Auftragslage und Umsätze entwickeln sich besser als im vergangenen Jahr, die Unternehmer sind wieder optimistischer", sagte Georg Toifl, Obmann der Bundessektion Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung, bei einem Pressegespräch in Wien. Von Euphorie sei man jedoch noch weit entfernt, denn die Ertragslage ist in nahezu allen Branchen schlecht. Im Durchschnitt liegt die Umsatzrentabilität der rund 70.000 Betriebe nur bei 1,4%, also deutlich unter der Inflationsrate.

Laut einer Umfrage des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung haben sich die Auftragsbestände in den investitionsgüternahen Branchen im 3. Quartal 2000 um 3 % erhöht und schwanken zwischen 9,6 Wochen bei kleineren Betrieben bis zu 9 Beschäftigten und 15,1 Wochen bei größeren Betrieben. Zuwächse gab es bei den Elektrotechnikern, den Unternehmensberatern, Datenverarbeitern und in der Kunststoffverarbeitung. Während sich die Situation im Baugewerbe langsam erholt, stagnieren weiterhin baunahe Branchen wie Maler, Sanitär- und Heizungsinstallateure und Zimmermeister. In den meisten investitionsgüternahen Branchen überwiegt jedoch der Optimismus, im 4. Quartal weitere Aufträge zu lukrieren.

Auch in den konsumnahen Branchen ist eine Aufbruchstimmung spürbar. Die Umsätze sind in allen Sektoren gestiegen, die Zahl der Betriebe mit Umsatzrückgängen ist jedoch nach wie vor größer als jene mit Steigerungen. Schwierig bleibt die Situation in den Bereichen Textil, Bekleidung und persönliche Dienstleistungen. Deutlich verbessert hat sich die Lage im Sektor Nahrung und Genussmittel.

Der Konjunkturaufschwung in Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung wird sich am Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Für das 4. Quartal planen die Betriebe etwa 2.300 Arbeitskräfte zusätzlich aufzunehmen.

Probleme ortet Toifl in der Frage der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall besonders für die kleinen und mittleren Betriebe. Nach der Auflösung des entsprechrechenden Fonds Anfang Oktober muss jeder Arbeitgeber die Kosten der Krankenstände seiner Arbeiter selbst tragen. Dafür entfällt der bisher zu leistende Fondsbeitrag von 2,1 %. Zwecks ausgeglichener Gebarung hätten die 2,1 % auf 2,8 % aufgestockt werden müssen. Um die Krankenstandskosten für die Betriebe kalkulierbar zu halten und sie vor existenzbedrohenden Belastungen durch Krankenstandskosten zu schützen, sollen nun Gespräche mit den Versicherungen über einen privatversicherungsrechtlichen Ersatz der bisherigen Regelungen geführt werden. Auch in der Frage der Abfertigung neu erwartet sich Toifl Hilfsmaßnahmen für Kleinbetriebe, die durch hohe Zahlungen durch eine Kombination aus Abfertigung ALT plus Abfertigung NEU belastet werden. (MH)

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