"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Ein langer Weg" (von Irene Rapp)

Ausgabe vom 4. 10. 2000

Innsbruck (OTS) - Es ist ein langer Weg: So könnte die Arbeit der Gleichbehandlungsbeauftragten des Landes Tirol beschrieben werden. Zwar gibt es seit drei Jahren ein Gleichbehandlungsgesetz, das für die mehr als 9000 Bediensteten der Allgemeinen Verwaltung sowie der Landeskrankenhäuser gilt. Große Veränderungen haben sich aber nicht eingestellt. Doch ohne diese juridische Grundlage, so die Gleichbehandlungsbeauftragten, wäre überhaupt nichts möglich gewesen.

Verbucht werden konnten daher nur kleine Erfolge: So gibt es etwa für die über 5000 weiblichen Bediensteten Fortbildungsmaßnahmen. Kaum etwas bewegt hat sich jedoch, was die Teilzeitmöglichkeiten für Frauen anbelangt: Viele Politiker nehmen zwar das Schlagwort der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerne in den Mund, konkrete Taten bleiben aber meist aus.

Zu denken gibt aber auch der Umstand, dass der Entwurf eines Frauenförderungsprogramms schon seit einem Jahr auf das Ja-Wort durch die Landesregierung wartet. Dass darin eine Erhöhung des Frauenanteils in Leitungsfunktionen im Landesdienst vorgesehen ist, könnte ein Grund für die Verzögerung sein. Statt Macht abzugeben, verharrt man lieber in veralteten Denkmustern. Dabei sollte gerade der öffentliche Dienst mit gutem Beispiel vorangehen. Vor allem in der Privatwirtschaft ist die Gleichbehandlung nämlich noch nicht überall ein Thema. Wo Förderungsprogramme bereits Realität sind, hat sich jedoch u.a. die Frauenquote erhöht und waren Führungspositionen in Teilzeitjobs möglich. Warum dies nicht auch im Tiroler Landesdienst möglich sein sollte, fragen sich daher die Gleichbehandlungsbeauftragten zu Recht.

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