ORF zum Spruch der Rundfunkkommission in Sachen "Am Schauplatz"

Wien (OTS) - Zu den in einer heutigen Aussendung geäußerten Vorwürfen des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, der ORF habe in der "Am Schauplatz" Folge "Tiere klagen an" "gegen seinen gesetzlichen Auftrag einer ausgewogenen Berichterstattung eindeutig verstoßen und bewusst einseitig, verzerrt und unfair berichtet" hält der ORF folgendes fest:

Ein Amateurfilm, der dem "Schauplatz"- Team zugespielt worden war, und der die Zustände in einer Schweinezucht zeigt - wurde kritisiert. DI Maximilian Hardegg wurde von der "Am Schauplatz"-Redaktion vor Ausstrahlung der Sendung mehrmals angeboten, in einem Fernsehinterview oder in einer anderen Form dazu Stellung zu nehmen. Das wurde von diesem abgelehnt. Stattdessen forderte Herr DI Hardegg, dass der Amateurfilm nicht gesendet werden dürfe. Solchen Forderungen nachzukommen, widerspricht dem journalistischen Selbstverständnis des ORF und würde seine Unabhängigkeit in Frage stellen. Die "Am Schauplatz"-Folge wurde nach reiflicher Überlegung mit besagter Amateurfilm-Passage ausgestrahlt.

Im Anschluss an die Ausstrahlung legte DI Maximilian Hardegg Beschwerde bei der Rundfunkkommission ein. Der Beschwerde wurde Folge gegeben. Die RFK ging davon aus, dass das gezeigte Material nicht vom Gutshof von DI Maximilian Hardegg stammt, dass aber im Beitrag eindeutig auf das Gut verwiesen wird. Herr DI Hardegg selbst hatte aber sowohl in der Beschwerde als auch in vorangegangenen Anwaltsschreiben an den ORF eingeräumt, dass zumindest Teile des gesendeten Materials von seinem Hof stammen.

Die Rundfunkkommission nahm weiters an, dass sich der ORF nicht ausreichend darüber informiert hat, aus welcher Quelle das gespielte Material kam und ob diese Quelle vertrauenswürdig war. Dem hält der ORF entgegen, dass die Quelle des Amateurvideos, der "Verein gegen Tierfabriken", dem ORF sehr wohl bekannt war und diese Quelle auch dem Publikum gegenüber genannt wurde. Da die "Am Schauplatz"-Redaktion Herrn DI Hardegg außerdem ausreichend Zeit gegeben hatte, zu dem Material Stellung zu nehmen und Herr DI Hardegg überdies angegeben hatte, dass das Material zumindest zum Teil auf seinem Gut gedreht worden sei, kam die Redaktion nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss, ihrer Sorgfaltspflicht Genüge getan zu haben.

Der ORF behält sich bis zum Vorliegen der schriftlichen Ausfertigung des Bescheides weitere Rechtsmittel vor.

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GORF/Am Schauplatz

ORF zum Spruch der Rundfunkkommission in Sachen "Am Schauplatz"=

Wien (OTS) - Zu den in einer heutigen Aussendung geäußerten Vorwürfen
des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe
Österreichs, der ORF habe in der "Am Schauplatz" Folge "Tiere klagen
an" "gegen seinen gesetzlichen Auftrag einer ausgewogenen
Berichterstattung eindeutig verstoßen und bewusst einseitig, verzerrt
und unfair berichtet" hält der ORF folgendes fest:

Ein Amateurfilm, der dem "Schauplatz"- Team zugespielt worden war,
und der die Zustände in einer Schweinezucht zeigt - wurde kritisiert.
DI Maximilian Hardegg wurde von der "Am Schauplatz"-Redaktion vor
Ausstrahlung der Sendung mehrmals angeboten, in einem
Fernsehinterview oder in einer anderen Form dazu Stellung zu nehmen.
Das wurde von diesem abgelehnt. Stattdessen forderte Herr DI Hardegg,
dass der Amateurfilm nicht gesendet werden dürfe. Solchen Forderungen
nachzukommen, widerspricht dem journalistischen Selbstverständnis des
ORF und würde seine Unabhängigkeit in Frage stellen. Die "Am
Schauplatz"-Folge wurde nach reiflicher Überlegung mit besagter
Amateurfilm-Passage ausgestrahlt.

Im Anschluss an die Ausstrahlung legte DI Maximilian Hardegg
Beschwerde bei der Rundfunkkommission ein. Der Beschwerde wurde Folge
gegeben. Die RFK ging davon aus, dass das gezeigte Material nicht vom
Gutshof von DI Maximilian Hardegg stammt, dass aber im Beitrag
eindeutig auf das Gut verwiesen wird. Herr DI Hardegg selbst hatte
aber sowohl in der Beschwerde als auch in vorangegangenen
Anwaltsschreiben an den ORF eingeräumt, dass zumindest Teile des
gesendeten Materials von seinem Hof stammen.

Die Rundfunkkommission nahm weiters an, dass sich der ORF nicht
ausreichend darüber informiert hat, aus welcher Quelle das gespielte
Material kam und ob diese Quelle vertrauenswürdig war. Dem hält der
ORF entgegen, dass die Quelle des Amateurvideos, der "Verein gegen
Tierfabriken", dem ORF sehr wohl bekannt war und diese Quelle auch
dem Publikum gegenüber genannt wurde. Da die "Am
Schauplatz"-Redaktion Herrn DI Hardegg außerdem ausreichend Zeit
gegeben hatte, zu dem Material Stellung zu nehmen und Herr DI Hardegg
überdies angegeben hatte, dass das Material zumindest zum Teil auf
seinem Gut gedreht worden sei, kam die Redaktion nach reiflicher
Überlegung zu dem Schluss, ihrer Sorgfaltspflicht Genüge getan zu
haben.

Der ORF behält sich bis zum Vorliegen der schriftlichen Ausfertigung
des Bescheides weitere Rechtsmittel vor.

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