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Klagenfurt (OTS) - "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Schutzmacht der Schnüffler?=

Utl.: Ausgabe vom 3. Okt. 2000=

"Ich kenne keine politische Diskussion in der FPÖ,
bei der es wirklich um die Menschen geht, um den kleinen Mann, der immer zitiert wird. Es ging nur darum, Stimmenmaximierung zu betreiben." Diese Kritik an Haider vulgo Robin Hood stammt nicht aus rotem Munde, sie kommt vielmehr vom früheren blauen Spitzengewerkschafter Josef Kleindienst, der als karenzierter Polizist mit seiner Partei abrechnete und damit für einen handfesten Skandal in Österreich sorgte. Der Bestsellerautor behauptete im "Format", er und andere Exekutivbeamte hätten jahrelang im Auftrag der Blauen geheime Daten aus dem Polizeicomputer an die FPÖ weitergegeben.
Westenthaler dementierte die Spitzel-Vorwürfe und drohte mit Klagen. "Das ist alles Schwachsinn", so der freiheitliche Klubobmann. Mag sein, vielleicht ist der AUF-Gründer rachsüchtig, weil seine Karrierewünsche nicht in Erfüllung gingen, aber seine Angaben sind derart detailliert und glaubwürdig, dass sie mehr als nur einen schalen Beigeschmack hinterlassen. Sie sind symptomatisch für eine Partei, die sich immer wieder rühmt, Schutzmacht der Fleißigen und Anständigen zu sein. Ist die FPÖ jetzt die Schutzmacht der Schnüffler?
Umso mehr, als sich der Bärentaler im Dezember 1997 auf einer Pressekonferenz selbst mit den Worten auf die Schulter klopfte, jederzeit in der Lage zu sein, Informationen zu organisieren. Damals ging es um die Salzburger Datenklau-Affäre. Robin Hood war die Legende, die den Armen gab, was sie der Obrigkeit wegnahm. Heute hat Haiders FPÖ den Ruf, eine Spitzelpartei zu sein.

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