Erster Erfolg im Duell David gegen Goliath: EU-Kommission untersucht Wettbewerbsbeschränkungen im ARA-System - BILD (web)

Wien (OTS) - Wettbewerbsverzerrung im Recycling-Markt

In dem Beschwerdeverfahren gegen alle Gesellschaften
des sogenannten "ARA-Systems" ist die EU-Kommission rasch aktiv geworden. Sie fordert die Streichung der von den Branchenrecyclinggesellschaften ARGEV und ARO verwendeten, wettbewerbsbeschränkenden "Meistbegünstigungsklauseln" im Geschäftsverkehr mit den Entsorgerfirmen. Einer formellen Untersagung können die ARA-Gesellschaften durch freiwilligen Verzicht auf diese Vertragsklausel zuvorkommen.

Eingebracht wurde die Beschwerde von der EVA GmbH bei der Generaldircktion Wettbewerb der EU in Brüssel. Der Wiener Spezialist für Erfassen und Verwerten von Altstoffen fühlt sich nicht nur durch diese, sondern auch durch andere wettbewerbsverzerrende Aktivitäten in der freien Bearbeitung des österreichischen Sammel- und Verwertungsmarktes behindert.

In Brüssel wird daher aufgrund der EVA- Beschwerde auch der Verdacht auf unerlaubte Quersubventionierung des ARA-Gewerbesystems durch das ARA-Haushaltssystem geprüft.

In der für Anfang 2001 angekündigten Tarifsenkung des ARA-Systems sieht EVA-Geschäftsführer Roland Gerhards einen Beweis dafür, daß die Beschwerden in Brüssel wirken.

Aufhebung des Monopols im Haushaltsbereich

"Die völlige Liberalisierung des Recycling-Marktes" würde nach Meinung von EVA-Chef Gerhards, "nicht nur den Wettbewerb fördern, sondern auch weitere Vorteile für Handel, Gewerbe und Industrie nach sich ziehen."

Zur Herstellung der vollen Wettbewerbsgleichheit müßte die ARA laut Gerhards allerdings den Mitbewerbern auch ihr Sammelsystem für die Haushalte gegen ein angemessenes Entgelt zur Verfügung stellen -so wie beispielsweise die Telekom Austria AG ihre Leitungen auch den Konkurrenten zur Verfügung stellen mußte.

Wegen des Verdachtes auf unzulässige Quersubventionen hatte bereits die Arbeiterkammer beim Verfassungsgerichtshof die Tarifkontrolle der ARA - des De facto-Monopolisten im Haushaltsbereich - eingeklagt.

Darüberhinaus befasst sich auch der Paritätische Ausschuß des Kartellgerichtes mit diesen Vorgängen.

Große Erfolge der Muttergesellschaft

Die EVA Erfassen und Verwerten von Altstoffen GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der börsennotierten Interseroh AG mit Sitz in Köln. Dieses 1991 gegründete Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr 2000 eine beinahe 50prozentige Umsatzsteigerung auf 2,7 Milliarden Schilling (197 Millionen EUR).

Das Ergebnis - vor Steuern - erreichte die Rekordhöhe von 335 Millionen Schilling (24 Millionen EUR). Der Kurs der Interseroh-Aktie an der Frankfurter Börse kletterte seit Anfang Januar 2000 von 8,60 auf 12 EUR.

Wichtigster Geschäftsbereich ist das Sammeln und Verwerten von Verpackungen aller Art. Hier betreut Interseroh mit insgesamt 815 Mitarbeitern über 4.000 Kunden.

Das mittelfristige Ziel in Österreich ist die Spitzenstellung der EVA GmbH im Bereich der gewerblichen Entsorgung.

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