Greenpeace-Protest: "Keine Temelin-Aktivierung!"

Greenpeace beginnt zweitägige Blockade der tschechischen Botschaft in Wien

Wien (OTS) - Insgesamt 40 Greenpeace-Aktivisten aus fünf Ländern blockieren ab heute Vormittag für zwei Tage die tschechische Botschaft in Wien. Die Aktivisten stellten gelbe Atommüllfässer auf und ketteten sich vor dem Gebäude an. Riesige Banner am Botschaftsgebäude warnen vor dem Risiko eines nuklearen Unfalls. Eine symbolische Atomalarm-Sirene soll die tschechische Regierung noch einmal an die drohenden Gefahren der Aktivierung des AKW Temelin erinnern. "Ein zweites Tschernobyl mitten in Europa muss unter allen Umständen verhindert werden", fordert Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace Österreich.

Greenpeace ruft die tschechische Regierung noch einmal dringend auf, die geplante Aktivierung des AKW auf unbestimmte Zeit zu verschieben, bis wirklich alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind. "Dazu soll der Reaktor wieder abgekühlt und alle Mängel von einer internationalen Expertenkommission untersucht werden. Außerdem sollte endlich auch eine umfassende UVP durchgeführt werden", verlangt Jan Haverkamp, Atom-Experte von Greenpeace Tschechien.

Seit Jahren weist Greenpeace auf die zahlreichen technischen Probleme im AKW Temelin hin. Die Umweltorganisation kritisierte besonders die Informationssperre durch die tschechische Temelin-Betreibergesellschaft CEZ, die wesentliche Informationen über die Reaktorsicherheit nach wie vor zurückhält. "Wenn Greenpeace oder Mitarbeiter des AKW ständig neue gravierende Sicherheitsmängel aufdecken, so handelt es sich dabei nur um die Spitze eines riesigen Eisbergs. Es fehlt ausserdem an einer richtigen Sicherheitskultur", befürchtet Haverkamp. Der Atom-Experte erinnert dabei an die kürzlich notwendige Reparatur der Sicherheitsventile am Dampfgenerator, unmittelbar bevor der Reaktor aktiviert werden sollte. Konkret kritisierte Haverkamp vor allem die fehlenden oder provisorisch durchgeführten Sicherheitstests, die Probleme mit den Druckventilen und mit der Schweißnaht im Primärkreislauf.

Petri erinnert daran, dass die Letztverantwortung für die CEZ sowie für die staatliche Atomaufsichtsbehörde SUJB bei der tschechischen Regierung liegt. "Wenn die tschechische Regierung Temelin unter diesen Umständen in den nächsten zwei Wochen aktiviert, spielt sie mit dem Leben der Menschen in Europa", warnt Petri.

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DI Jan Haverkamp, Atom-Experte
Greenpeace Tschechien
Tel.: 00420-604-257822
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace
Tel.: 01-5454580-26 bzw. 0676-5147246

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