"Anwaltskammer Österreich" ist mögliches Ziel einer EU-adäquaten Umstrukturierung

"Anwaltstag 2000": erstmals intensive Diskussion über substantielle Neustrukturierungen - Anwaltskammer und Brüssel sind im Visier

Wien (OTS) - Eine erstmalige intensive Diskussion über eine künftige (Bundes-) "Anwaltskammer Österreich" als Relaunch-Ziel brachte der am Wochenende zu Ende gegangene "Anwaltstag 2000". Naturgemäß bergen solche Zieldefinitionen einer als "notwendig empfundenen EU-adäquaten Umstrukturierung und Neuorganisation der neun Länderkammern und des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages" (Dr. Brigitte BIRNBAUM, Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien) erheblichen Sprengstoff in sich. "Die Diskussionsbeiträge in der diesbezüglichen Kommission waren aber überraschend eindeutig", meint die Vizepräsidentin der Wiener Rechtsanwaltskammer. Zweite klare Zielsetzung ist die "ausgeweitete und verstärkte Präsenz der österreichischen Anwaltschaft in Brüssel".

Für die Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien, Dr. Brigitte BIRNBAUM, hat die einhellige Willensbekundung des Arbeitskreises "Bundesrechtsanwaltskammer - eine Notwendigkeit im neuen Europa?", mehr als nur Signalwirkung.

"Die gewaltige Herausforderung durch die EU, die dramatische Internationalisierung unserer Tätigkeit, der erhöhte Lobbying-Bedarf und signifikant steigende Service-Aufgaben verlangen nach einer umfassenden Neupositionierung. Bloßes Herumdoktern an traditionellen Organisationseinheiten oder reine Kosmetik an vorhandenen Strukturen würden das Ziel einer nachhaltigen Effizienzsteigerung völlig verfehlen", faßt Vizepräsidentin Dr. BIRNBAUM zusammen.

Im Beratungsergebnis des "Anwaltstags 2000" sieht die Vizepräsidentin zudem die klare Umsetzung einer Empfehlung des legendären Ehrenpräsidenten Dr. Walter SCHUPPICH an seinen Amtsnachfolger: "Du wirst um eine Bundeskammer nicht herum kommen".

"Verwaltungseinheiten" anstelle von Länderkammern

Die angepeilte "Anwaltskammer Österreich" als eindeutig definiertes Relaunch-Ziel soll schlagkräftige Standespolitik garantieren. Anstelle der neun Länderkammern könnten "Verwaltungseinheiten" in den Bundesländern treten. Ihre Aufgaben wären: vor Ort konzentriert als Informations- und Interventionsstelle tätig zu sein, die unmittelbare und direkte Berufsaufsicht auszuüben und die Angelobung der neuen Rechtsanwälte vorzunehmen.

"Die Zeit parallel verlaufender Agenden zwischen des "Österreichischen Rechtsanwaltskammertag" und der neun Länderkammern befindet sich in der Endrunde. In der Zielgerade geht es darum, sich neu zu positionieren und den Anforderungen nach mehr Effizienz, diversifizierter Aufgabenteilung und nach verstärkter internationaler Präsenz verbessert zu entsprechen", betont Dr. Brigitte BIRNBAUM.

EU erlaubt keine Teillösungen mehr

"Damit man in der EU nachhaltig Gehör findet, österreichische Interessen und die Interessen der Klienten in einem Vorstadium möglicher Gesetzes- werdung nachhaltig wahrnehmen kann, ist eine Ausweitung der Präsenz in Brüssel unabdingbar", konkretisiert Vizepräsidentin Dr. Brigitte BIRNBAUM das zweite wesentliche Reformziel.

Die unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Dr. Georg FIALKA tagende Kommission beim "Anwaltstag 2000" vertrat daher unmißverständlich die Meinung, daß die bisher "in sehr guter Kooperation mit der deutschen Rechtsanwaltskammer funktionierende Repräsentanz in Brüssel" weiter optimiert werden muß. "Es besteht eindeutiger Handlungsbedarf in strategischer Hinsicht, damit wir bei den Serviceleistungen, beim Lobbying undin Richtung "Frühwarnsystem" eine Vorreiterrolle einnehmen", betont Vizepräsidentin Dr. BIRNBAUM. "Die österreichische Bevölkerung erwartet von ihren Rechtsanwälten frühzeitiges Agieren, nicht Reagieren. Solche Standards muß eine nationale Organisation daher professionell erfüllen, will sie im neuen Europa tatsächlich reüssieren".

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Anwaltskammer Dr. Brigitte Birnbaum,
Tel. 01/713 13 57;
Presse: Angelika Mayrhofer-Battlogg,
Tel. 02252/23 77 9, 0676/326 378 3.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS