Zum Welt-Tierschutztag: 21 Monate VgT-Gnadenhof Arche Noah am Hendlberg in Laaben, NÖ

Laaben (OTS) - Am Anfang war es nur eine Vision. Nämlich der Gedanke, Tieren nicht nur politisch, also durch Aktionen, Kampagnen für eine gutes Tierschutzgesetz oder Gerichtsverfahren gegen notorische Tierquäler, zu helfen, sondern auch vom Menschen verfolgte oder ausgebeutete Tiere aufzunehmen, zu beschützen und ihnen bis an ihr natürliches Lebensende das Gnadenbrot zu geben. Auf der "Arche Noah" leben seit Beginn 1999 freigekaufte Nutztiere, die teilweise ein schreckliches Leben hinter sich haben.

Mittlerweile ist die Vision zur Realität geworden, 21 Monate sind vergangen seit die ersten Tiere den Hof bevölkerten und anläßlich des Welttierschutztages am 4. Oktober wollen wir kurz von unseren Arbeiten und Erfahrungen berichten: Aus dem ausgebrannten, alten und dunklen Anbindestall machten wir einen freundlichen hellen Boxenstall für Pferde, Rinder und Schafe. Der darüber liegende Dachboden wurde zu einem Hühnerstall mit Freilandhaltung ausgebaut. Der Umbau hat mehr als eine Million Schillinge verschlungen, kann sich aber sehen lassen: Der Hühner-Auslauf hat nun auch einen überdachten Schlechtwetter-Vorplatz, die ca. 4 ha großen Weiden sind komplett eingezäunt und darauf entstanden zusätzlich 4 Weideunterstände. Einer davon ist ganzjährig benützbar und da können wir zusätzlich über die Wintermonate die 7 Schafe unterbringen. Zwei davon, die jungen Böcke, hätten für ein Schächtritual "geopfert" werden sollen und wurden vorher von einem tierfreundlichen Nachbarn freigekauft.

Seit Anfang 1999 leben hier auch 80 befreite Batteriehühner, die -statt ihr Leben in ständigem Streß auf 450 cm2 Gitterboden zu fristen, um dann als Suppenhuhn zu enden - bis zu ihrem natürlichen Ende am "Hendlberg" wohnen dürfen. Anfangs drängten sich die fast kahlen armseligen Geschöpfe noch - völlig verstört durch die einjährige Käfighaft - in einer Stallecke zusammen, doch bereits nach wenigen Tagen merkten sie, daß sie doch richtige Hühner waren: Sie begannen zu scharren, zu picken, sich erstmals richtig zu strecken und herumzuflattern. Nun sind sie schon nicht mehr von "echten

Freilandhennen zu unterscheiden. Jeden Morgen um 7 Uhr können sie es schon gar nicht mehr erwarten, ins Freie auf die Wiese zu stürmen und ein richtiges Hühnerdasein zu leben.

Unser Neujahrs-Kalb "Fridolin" ist nun bereits zu einem ordentlichen Jungstier herangewachsen. Ebenso wie sein Halbbruder "Ferdinand", der von einem jener "Bauern" freigekauft wurde, die ihre Tiere halb verhungern lassen. Die Rinder stehen dzt. auf einer Nachbarweide, die nicht mehr gebraucht wird, voll mit Obstbäumen. Beide werden ihr ganzes Leben hier am Hendlberg verbringen dürfen und sie müssen weder tagelange Tiertransporte noch das Schlachtermesser fürchten.

Unsere Stute Isa bekamen wir - gemeinsam mit "Gigi" - vor einem Jahr von dem aufgelassenen Tierpark Wolfsgraben. Gigi ist inzwischen leider an Altersschwäche gestorben. Doch Isa bekam vor kurzem wieder Gesellschaft durch die Traberstute "Messalina". Eine Tierfreundin hat das 13-jährige Pferd von ihrem wegen Tierquälerei berüchtigten Besitzer freigekauft; bei uns erwartet sie nun ein wohlverdientes Leben in Frieden und Freiheit. Die zwei Schweine Sepp und Fritz haben wir vor einem Jahr aus einem völlig verwahrlosten Betrieb befreit, wo sie bis zum Bauch in ihrem eigenen Dreck stehen mußten. Jetzt leben sie - fast wie Wildschweine - auf einem Nachbarhof mit freiem Zugang zum Wald und beschäftigen sich am liebsten mit Wühlen und Fressen...

Seit kurzem bekamen wir noch 20 ehemalige Mast-Kaninchen, die bis dahin in einer Fleischfabrik dahinvegetierten und nun vor dem Schlachtmesser gerettet wurden. Für sie müssen wir noch schnell vor dem Winter ein festes Gehege bauen. Dafür - und für einen größeren Stroh- und Heulagerraum - benötigen wir noch die Unterstützung von Spendern. Es können aber auch Patenschaften für einzelne Tiere übernommen werden.

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