"Neues Volksblatt" Kommentar: "Umbrüche" (Von Harald Gruber)

Ausgabe vom 2. Oktober 2000

Linz (OTS) - Die Einführung von Studiengebühren wird mittelfristig zu Umbrüchen in der Schullandschaft führen.

Wer weiterhin von Bildungsgebühren unberührt zum Berufs- einstieg vordringen will (oder aufgrund der Finanzsituation der Eltern muss) wird sich schon bei der Schulwahl so seine Gedanken machen: HTL, HAK, vielleicht sogar die Hauptschulen als Vorstufe einer Lehre werden einen verstärkten Zulauf verzeichnen. Die Gymnasien - bislang nicht mehr (aber auch nicht weniger!) als eine Vorbereitung auf ein Studium - könnten Anmeldungen einbüßen. Wer sich Studiengebühren nicht leisten will oder kann, wird nämlich keine Schulform wählen, die ihm nach Ab- schluss kaum eine andere Wahl lässt als an einer (ab Oktober 2001 kostenpflichtigen) Universität zu inskribieren. Daher wird man erstens einen Teil der Einnahmen aus den Studiengebühren für eine begleitende Adaptierung des Schulangebotes verwenden müssen: Mehr Plätze und Lehrer in den HTL, HAK etc. Zweitens werden sich die Verantwortlichen in den Gymnasien Strategien einfallen lassen müssen, wie sie auf den Schwund an Schülern reagieren wollen. Für Debatten werden die Studiengebühren somit auch nach ihrer Einführung noch sorgen.

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