Für Land und Menschen

Initiative zur Bewältigung der Verkehrszukunft
(Von Meinhard Buzas)

Oberösterreich, der Wirtschaftsraum, in dem ein Viertel der ökonomischen Kraft Österreichs um- und freigesetzt wird, hat ein seit Jahrzehnten gewachsenes Problem, das die Menschen, die hier wohnen, arbeiten, pendeln und leben, immer stärker belastet: Der Ausbau der Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel hielt mit der Entwicklung nicht Schritt.
Der Bund hat sich dem totalen Sparen verschrieben. Aber es kann nicht Sinn der Budgetkonsolidierung sein, Lebens- und Wirtschaftsräume kaputtzusparen. Wann den sonst, wenn nicht in Zeiten guter Konjunktur, sollen lebenswichtige Verkehrsadern für den öffentlichen Nahverkehr und den motorisierten Verkehr finanziert werden? Oberösterreich, dessen Bewohner seit Jahr und Tag viele Milliarden mehr an den Bund abliefern, als wieder zurückfließen, ist Nettozahler. Aber die Pyhrnautobahn ist trotz dieser Vorleistungen mehr als 25 Jahre nach ihrer Planung in Oberösterreich noch nicht fertig, eine Linzer Donaubrücke mit Tunnelkette ein unbewältigtes Thema seit 30 Jahren. Jährlich gehen immer mehr Milliarden im Stau in Abgas auf.
Dafür gibt es ein Bündel von Ursachen: Planungen, die politisch umstritten waren, verzögert wurden, ein Unterschätzen der Motorisierungswelle, berechtigte Proteste gegen umweltbelastende Trassen und, vor allem, mangelnde Finanzierungsbereitschaft.

Nun droht nicht nur dem Zentralraum rund um Linz, aber dem ganz besonders, das Stau-Fiasko. Eine Landesstudie sagt es klipp und klar: Wenn nicht bis 2015 sowohl die wichtigen Straßenprojekte als auch die drängenden Vorhaben des öffentlichen Verkehrs verwirklicht werden, wird es ein totales Ersticken im motorisierten Verkehr geben. Aufgeräumt wird mit der Illusion, öffentlicher Verkehr allein könne das verhindern. Genauso wird aufgezeigt, dass es die Straße allein nicht kann. Beide miteinander müssen in sinnvoller Kombination ausgebaut werden, um wenigstens den Status quo zu halten und noch belastendere, Benzin und Nerven fressende Zustände zu verhindern.
Oberösterreich wird vom Bund finanziell schlecht behandelt. Milliarden wurden im Wiener Raum für öffentlichen Verkehr verbaut, dem Land blieben bloß Brosamen. Im Bundesstraßenbau erlitt es ein ähnliches Schicksal. Wenn der Verkehrsminister bei seinem Österreichbesuch lapidar vermerkt, das sonst so blühende Land hinke bei der Infrastruktur hinten nach, stimmt das, klingt aber gleichzeitig wie Hohn, weil derselbe Minister wichtigste Bauvorhaben weit in die Zukunft hinaus verschiebt.

Die OÖN werden nun aktiv, für das Land, für die Menschen, auch auf immer stärkeres Drängen ihrer Leser, die sich mit unzumutbaren Verkehrsverhältnissen und Mobilitätsblockaden nicht länger abfinden wollen. Wir wollen aufzeigen, wo es krankt, was machbar ist, wie es gelingen könnte, mit Betroffenen, Planern und Politikern den berechtigten Interessen eines ganzen Bundeslandes stärker zur Geltung zu verhelfen: Nicht in kleinlichem Gegeneinander, sondern gemeinsam. Nicht zur Abrechnung mit der Vergangenheit, sondern zur Gestaltung der Zukunft.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0732/78 05/400österr. Nachrichten

OÖ Nachrichten

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OON/OON