Plastische Chirurgen ziehen Bilanz Know How-Geber für die Welt

Internationaler Expertentreff am Bodensee

Mehr als 100 Experten auf dem Gebiet der Plastischen Chirurgie geben sich am kommenden Wochenende, 29./30. September ein Stelldichein am Bodensee. Die 38. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie steht ganz im Zeichen neuer wissenschaftlicher Entwicklungen, die revolutionäre Behandlungskonzepte Realität werden lassen.

Auf die Teilnehmer aus ganz Europa wartet im Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus ein dichtes Arbeitsprogramm mit 60 Vorträgen über hochspezialisierte Themen, wie beispielsweise die Überbrückung von Nervendefekten bei Gesichtslähmungen oder die Erfahrungen mit Zellzüchtungen. Tagungspräsident Primar Dr. Peter Kompatscher, Vorstand der Abteilung für Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch, betont die wissenschaftliche Orientierung und die Bedeutung permanenter Ausbildung: "Österreich zählt zu den führenden europäischen Nationen, die Mitglieder unserer Gesellschaft werden international als Lehrende und Vortragende geschätzt. Österreich exportiert Know How in die ganze Welt."

Jenseits der Schönheitschirurgie - Kranke werden geheilt Herausforderung Plastische Chirurgie: Wiederherstellen und neu formen

Plastische Chirurgen werden oft in Verbindung mit der Schönheitschirurgie zitiert. Ein weit größeres Aufgabenfeld als die sogenannte Schönheitschirurgie ist die Wiederherstellung geschädigter und verunstalteter Köperteile nach Unfällen oder Krankheit. Der größte Teil der Patienten wünscht sich nicht ein schöneres Gesicht, oder eine schönere Brust, sondern Heilung. Am Beispiel der Gesichtslähmung und deren Behandlung zeigen sich die wissenschaftliche Tiefe des Faches und die Herausforderung für den Operateur. Tagungspräsident Dr. Peter Kompatscher: "Nur mit einer Sonderausbildung können die komplexen Anforderungen bewältig werden. Die bei vielen Behandlungen notwendigen Nerven- und Gewebeverpflanzungen verlangen ebenso spezielle Kenntnisse wie die exakte Schnittführung, die in langen Ausbildungsjahren erlernt wird. Heute zählen Hauttransplantationen und Mikrochirurgie zu jenen Techniken, die den Plastischen Chirurgen im Alltag begleiten. Daran lässt sich leicht erkennen, dass ohne tiefgreifende Erfahrungen und permanente Ausbildung das gewünschte funktionelle und ästhetische Endergebnis in weite Ferne rückt."

Hautbiologie und Zellzüchtung

Die Herstellung von Eigenhautersatz durch Zellzüchtung ist in Österreich bereits seit zehn Jahren Routine. Die Kultivierung von oberflächlichen Hautzellen, sogenannten Kerationzyten, hat die Medizin revolutioniert. Allerdings beschränkte sich das Einsatzgebiet der Kerationzyten auf die Hautoberfläche. Die Probleme bei der Anwendung der gezüchteten Hautzellen resultieren aus ihrer geringen Schichttiefe, sie sind kein vollwertiger allschichtiger Hautersatz. Neuere Bestrebungen gehen dahin, nicht nur die oberflächliche Hautschicht, sondern die gesamte Dicke der Haut mit allen ihren Zellen zu züchten. Damit wären auch die Belastbarkeit, Infektionsabwehr und Optik mit der "natürlichen Haut" ident.

Neue Biomaterialien eröffnen ungeahnte Zukunftsperspektiven

Neue Biomaterialien eröffnen nun erfolgversprechende Zukunftsperspektiven für die Behandlung der Gesichtslähmung. Das neue Feld geht weit über die Hautzüchtung hinaus. Es ist möglich geworden, auch Nerven- und Trachealzellen (die Luftröhre betreffende Zellen) in vitro herzustellen. Die Anwendbarkeit dieser neuen Methoden an Menschen wird derzeit untersucht. Österreich hat auf diesem Gebiet traditionell eine Vorreiterrolle in Europa.

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