"Magistrale für Europa" hat höchste Priorität

Wien, (OTS) Zwei Tage lang fand im Wiener Rathaus eine international besetzte Konferenz zum Thema: Magistrale für Europa, mit 28 internationalen Vertretern, statt, aus der klare Zielsetzungen hervorgehen.

Im Rahmen der Transeuropäischen Verkehrsnetze nimmt der
Ausbau der "Magistrale für Europa" eine ca. 1.500 km lange Schienenverbindung von Paris über Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart, Augsburg, München, Ulm, Salzburg und Wien nach Budapest als Hochleistungsachse eine Schlüsselstellung ein und stellt das ost-westlich orientierte Herzstück des zentraleuro-päischen Schienennetzes dar. Die "Magistrale für Europa" ist eine
Initiative der Städte Budapest, Wien, St. Pölten, Salzburg, München, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe, Straßburg, Nancy, den betroffenen Regionalverbänden und der Industrie und Handels-kammern entlang der Magistrale in Deutschland, sowie die
Association TGV-Est-Européen in Frankreich. Ziel der Initiative ist, die o.a. Bahnverbindung als Hochleistungs-strecke
ehestmöglich auszubauen.

Ein gut funktionierender europäischer Binnenmarkt braucht leistungsfähige Verkehrsverbin-dungen, die Bahn bietet umweltfreundliche Lösungen für die anstehenden Verkehrsprobleme. Deshalb finden Hochleistungsstrecken im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TEN) be-sondere Berücksichtigung und werden bei der Verbindung großer westeuropäischer Ballungs-zentren erfolgreich umgesetzt.

Um eine optimale Verkehrsanbindung zwischen Ost und West sicherzustellen, ist das System der Hochleistungsstrecken auf den zentral- und osteuropäischen Raum auszudehnen.

Die große Bedeutung dieser West-Ost-Trasse für Wachstum, Struktur und Integration wichtiger europäischer Kultur- und Wirtschaftsräume unterstreicht jetzt auch ein von der Europäischen Union gefördertes Gutachten renommierter internationaler Wissenschaftler, welches als Zwischenbericht vorliegt. Die
Experten belegen die Forderung der Initiative, die Magistrale
unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte möglichst schnell zu realisieren.

Die Gutachter (Rothengatter, Stohler, Bökemann) haben nachgewiesen, dass die Realisierung der "Magistrale" für die Erfüllung von drei großen Zielbereichen unabdingbar ist:

1. Europäische Integration durch Verknüpfung von wirtschaftlichen

Katalysatorregionen zwischen Paris und Budapest.
2. Ordnung und Bündelung von hochbelasteten Korridoren durch eine

spürbare Verlagerung von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene.
3. Setzen von zielgerichteten und nachhaltigen Impulsen für die

regionale Wirtschaft entlang der von der "Magistrale" erschlossenen Städte und Regionen. Dies gilt insbesondere für wertschöpfungsintensive Dienstleistungen und den Informationssektor ("new economy").

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse fordern die
Mitglieder der Initiative "Magistrale für Europa" die zuständigen Ministerien auf, die Maßnahmen für einen Ausbau der Magistrale in eine hohe Prioritätsstufe einzureihen, und die dafür notwendigen Finanzmittel bereitzustellen. Die Planungen sind in Abstimmung mit den Bahngesellschaften voranzutreiben und die Initiativen der europäischen Bahnen zu unterstützen, einen integrierten, grenzüberschreitenden Betrieb für die Kunden mit hoher Attraktivität aufzubauen.

Positive Beispiele dafür sind TEE Rail Alliance der DB, ÖBB und SBB und Realys, die neugegründete Betreibergesellschaft von SNCF, DB, CFL und SBB für den Betrieb des TGV Est.

Aus österreichischer Sicht ist daher eine durchgebundene Schienenachse, die Wien über Salzburg mit München ver-bindet und den österreichischen Teil der Magistrale darstellt, vorrangig auszubauen, zumal die bestehende Strecke größtenteils an ihre Kapazitätsgrenze stößt und im vorigen Jahrhundert gebaute wurde.

Wien ist mit dem Fall des Eisernen Vorhanges von einer
Randlage ins Zen-trum Mitteleuropas gerückt. Trotz eines zukunftsorientierten Wiener Verkehrskonzeptes wird Wien seit der Ost-öffnung mit einer nicht unwesentlichen Zunahme des Verkehrs konfrontiert. In den östlichen Reformländern wird der internationale Ost-West-Güter-verkehr immer mehr auf die Straße verlagert, weil praktisch keine Investitionen in den
Schienenausbau erfolgen.

Ohne Magistrale würde sich Prognosen zufolge der Straßengüterverkehr bis 2010 um das acht- bis 10fache erhöhen.

Eine Vor-aussetzung für die TEN-Knotenfunktion Wiens ist die sofortige Realisierung des Projektes "Lainzer Tunnel" sowie der Ausbau des Bahnhofs Wien, um die rasche und umweltverträgliche Durchbindung des Personenfern- und Güterverkehrs zu ermöglichen. Nur dadurch kann die verkehrspolitische Bedeutung der "Region
Wien" - vor allem hinsichtlich der EU-Osterweiterung - abgesichert werden. (Schluss) lei

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