Entgeltfortzahlungsfonds: Ab 1. 10. entfallen Arbeitgeberbeiträge

Wirtschaftskammer bemüht sich um privatwirtschaftliche Versicherungslösung - Entlastungen für Betriebe erreicht

Wien(PWK835) Mit Ablauf des 30. September 2000 erlischt die Beitragspflicht für Arbeitgeber in Bezug auf den Entgeltfortzahlungsfonds. Sämtliche noch offene Ansprüche auf Erstattungsgeld sind von den Betrieben bis 31. Dezember 2000 geltend zu machen, ansonsten gehen sie verloren. Aus den Mitteln des Fonds wurden bisher Lohnfortzahlungen für Arbeiter im Krankheitsfall im Ausmaß von vier Wochen pro Jahr zumindest teilweise erstattet. Aufgrund einer drohenden Beitragserhöhung um ein Drittel und einer teilweise mangelhaften Entlastung für Kleinbetriebe entschloss sich das Wirtschaftsministerium, den Fonds mit Ende September 2000 auslaufen zu lassen.

Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich: "Infolge der Angleichung der Entgeltfortzahlungsansprüche der Arbeiter an jene der Angestellten hätte man den Arbeitgeberbeitrag von derzeit 2,1 Prozent der Lohnsumme auf 2,8 Prozent anheben müssen. Damit hätte jeder Arbeitgeber um ein Drittel mehr in den Fonds zahlen müssen, was jeder geplanten Lohnnebenkostensenkung zuwidergelaufen wäre." Und Gleitsmann stellt weiters fest, dass insbesondere die großen Betriebe vom Erstattungsfonds weit mehr profitiert hätten als die kleinen:
"Die mit der Einführung des Erstattungsfonds verbundene Erwartung, dass dies zu einer Entlastung der Kleinbetriebe führen wird, hat sich in der Praxis nicht bestätigt."

Durch die Auflösung des Entgeltfortzahlungsfonds kann auch eine wesentliche Verwaltungsvereinfachung, sowohl für Betriebe wie Sozialversicherung, erzielt werden. Für jene Betriebe, die sich auch in Zukunft bei der Entgeltfortzahlung für ihre Mitarbeiter gegen das Ausfallsrisiko schützen wollen, wird derzeit eine kostengünstige Lösung gesucht. Gleitsmann: "Die Wirtschaftskammer führt derzeit mit privaten Versicherungen Gespräche über die Möglichkeit einer privatversicherungsrechtlichen Abdeckung dieser Risken."

Um die Angleichung Arbeiter/Angestellte im Krankheitsfall und den Wegfall des Erstattungsfonds für die Betriebe erträglich zu machen, setzte die Wirtschaftskammer eine Reihe von begleitenden Maßnahmen durch. So wird mit 1. Jänner 2001 der Dienstgeberbeitrag zur Krankenversicherung der Arbeiter um 0,3 Prozentpunkte gesenkt. Damit müssen die heimischen Betriebe um rund 1 Milliarde Schilling weniger an Krankenkassenbeiträgen bezahlen. Ebenfalls entlastend wirkt sich die künftige Urlaubsaliquotierung aus. Im Fall einer Auflösung des Dienstverhältnisses gebührt das Urlaubsentgelt nur noch für die im jeweiligen Urlaubsjahr angefallene Dienstzeit. Die Ersparnis für Arbeitgeber: Rund 1,8 Milliarden Schilling. Und nicht zuletzt entfällt auch der Postensuchtag bei Selbstkündigung. Gleitsmann:
"Damit wurde eine langjährige Forderung der Wirtschaft endlich erfüllt." (RH)

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