"Neue Zeit" Kommentar: "Crashkurs" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 27. 9. 2000

Graz (OTS) - Streikdrohungen schrecken sie nicht, hatte Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer beim Wahlkampfauftakt der steirischen FPÖ über den Grazer Hauptplatz gerufen. Es ist bei der Natur der FPÖ zu befürchten, dass die Herrin über die Beamten das bitter ernst meint. Nagelproble wird heute bei der nächsten Gehaltsrunde der Beamten sein. Die Streikdrohungen der Beamten sind gestern in tausenden Dienststellenversammlungen in ganz Österreich bereits in Beschlüsse und einen klaren Auftrag an die Spitze der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst eingeflossen. Wie ernst es Richtern, Staatsanwälten, Lehrern und anderen Beamten ist, formulierte der oberösterreichische GÖD-Vorsitzende Ernst Kepplinger, der vor einem "Crash" warnte und klar aussprach, was damit gemeint sei:
Generalstreik. Der oberste Beamten-Gewerkschafter Fritz Neugebauer hofft noch auf Einsicht der Regierung und appelliert, das Signal richtig zu verstehen.

Eine vage Hoffnung, weil die FPÖ-Chefin einerseits ihre Steherqualitäten gegen die Gewerkschaft demonstrieren will, andererseits die Gelegenheit nützen könnte, ein Mal mehr dem Koalitionspartner ÖVP zu zeigen, wer in der Regierung das Sagen hat. Wie könnte sie das besser, als die ÖVP-dominierten öffentlich Bediensteten zu brüskieren?

Steigt die Regierung nicht rasch auf die Bremse, führt sie dieses Land tatsächlich in den "Crash" und schafft es, innerhalb von neun Monaten kaputt zu machen, was in 55 Jahren davor Stück für Stück aufgebaut wurde.

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