AK: Tumpel empört über Verteilung von unten nach oben (2)

Wien (AK) - Als "scheinheilig" bezeichnet AK Präsident Herbert Tumpel die Diskussion über die Ausnahme der Saisonarbeitskräfte von der Sperre des Arbeitslosengeldes. "Es ist ja wohl das mindeste, dass man die, die in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden, dafür nicht auch noch bestraft", sagt Tumpel. Tatsächlich sollen aber rund 400.000 Arbeitnehmer das Arbeitslosengeld für vier Wochen genomen werden, erinnert Tumpel: Besonders hart und ungerecht betroffen sind davon jene, die nur befristete Arbeitsverhältnisse bekommen. Daher verlangt Tumpel die Rücknahme des gesamten Paketes. ***

Rund 350.000 bis 400.000 Personen werden von der Sperre des Arbeitslosengeldes jährlich betroffen sein, davon 60.000 Beschäftigte aus dem Gastgewerbe (SaisonarbeiterInnen) und 15.000 aus dem Baugewerbe.

Betroffen sind in erster Linie die Opfer der Flexibilisierungswelle -vor allem Arbeitnehmerinnen, die nur befristete Aushilfstätigkeiten erhalten, das sind etwa 80.000 Frauen (zB in Karenzvertretung), Beschäftigte im Kunst- und Kulturbereich sowie in den neuen Berufen (zB Informationstechnologien), in denen häufig nur befristete Arbeitsverhältnisse angeboten werden.

Eine Beispiel: Einer arbeitssuchende Sekretärin, die von 7.000 Schilling Arbeitslosengeld leben muss, wird vom AMS eine Stelle als Karenzvertretung angeboten. Die Kollegin muss daher jedenfalls mit einem massiven Verlust rechnen: Lehnt sie die Stelle ab, verliert sie wegen Arbeitsunwilligkeit für 6 Wochen den Arbeitslosengeld-Anspruch (Einkommensverlust von 9.700 Schilling). Nimmt sie die Stelle aber an, dann wird sie nach dem Ende der Karenzvertretung wieder arbeitslos und wird nach der neuen Regelung für 4 Wochen Arbeitslosengeld gesperrt (Einkommensverlust 7.000 Schilling).

Dass so getan wird, als wären "nur" SaisonarbeiterInnen im Fremdenverkehr betroffen, ist scheinheilig, sagt Tumpel.

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