Österreich sucht neue Wege in der Reproduktionsmedizin - Bessere Chancen für kinderlose Paare

Anlässlich ihrer Jahrestagung diskutiert die Österreichische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie Zukunftsperspektiven im Bereich der künstlichen Befruchtung. "An oberster Stelle steht für uns, den rund 85.000 ungewollt kinderlosen Paare moderne Behandlungsmöglichkeiten zu bieten und somit die Chancen zu erhöhen, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen'', betont Univ-Prof. Dr. Franz Fischl, Präsident der Gesellschaft. Experten aus Medizin, Forschung und Politik streben eine Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG 1992), Ausweitung der finanziellen Unterstützung im Rahmen des IVF-Fonds-Gesetzes sowie verstärkte Informationsarbeit in der Bevölkerung an.

"Neue Therapien und Innovationen in der hormonellen Behandlungen stärken Österreichs führende wissenschaftliche und therapeutische Kompetenz in der Reproduktionsmedizin", hebt Fischl hervor. Damit erfolgreiche, erprobte Behandlungsmöglichkeiten auch wirklich allen betroffenen Paaren zugänglich sind, ist ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich. Die Lösungsansätze österreichischer Experten sind Aufklärungsarbeit, Akzeptanzförderung in der Bevölkerung und Ärzteschaft sowie eine Anpassung der Rechtslage. Auch die moralisch, ethischen Aspekte im Bereich der Reproduktionsmedizin besitzen hohen Stellenwert in der aktuellen Diskussion.

Erfahrungen mit dem IVF-Fonds-Gesetz
Das IVF-Fonds-Gesetz regelt seit Jänner 2000 die teilweise Kostenübernahme für künstliche Befruchtungen. "Nach acht Monaten Erfahrung mit dem IVF-Fonds Gesetz ergeben sich einige Schwachstellen für Patienten und IVF-Zentren, ", bemerkt Doz. Dr. Dietmar Spitzer von der Österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin. Ungewollte Kinderlosigkeit wird von österreichischen Krankenkassen nicht als Krankheit anerkannt. Rund 20 Prozent der betroffenen Paare, die nicht die vom Fonds definierten Indikationen aufweisen, erhalten daher keine finanzielle Unterstützung. Die bereitgestellten Budgetmittel entsprechen nicht dem personellen und finanziellen Aufwand in den Kliniken. Die optimale Betreuung der Patienten kann nach Spitzers Ansicht somit nicht gewährleistet werden.

Aufklärungsbedarf
"Von ca. 85.000 betroffenen Paaren nehmen nur 18.000 eine Behandlung in Anspruch. Österreich ist damit Schlusslicht im europäischen Vergleich", erklärt Dr. Roman Haas, Geschäftsführer von Serono Austria GmbH. Verstärkte Aufklärungsarbeit über die neuen Wege der Fortpflanzungsmedizin soll zu einer Enttabuisierung des Themas und einer offenen, wertfreien Diskussion führen. Denn die Entscheidung, sich durch eine künstliche Befruchtung den Kinderwunsch zu erfüllen, ist und bleibt eine individuelle.

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