KORREKTUR zu OTS0104 von heute Temelin-Ingenieur wandte sich an Greenpeace um Unterstützung

Strafanzeige wegen Sicherheitsskandal im tschechischen AKW

Wien (OTS) - Im Rückfragehinweis muss es wie folgt richtig lauten:

Rückfragehinweis: Jan Haverkampf, Greenpeace Tschechien
Tel.: 00420-604-257 822
MMag. Franko Petri,
Pressesprecher Greenpeace Österreich
Tel.: (01) 545 45 80/29 od. 0676/514 72 46

KORRIGIERTE NEUFASSUNG

Wien/Prag (OTS) - Der tschechische Ingenieur Zdenek Beck hat mit Hinweisen über gravierende Sicherheitsmängel im Atomreaktor Temelin eine Strafanzeige wegen Gefährdung der Allgemeinheit eingereicht. Der ehemalige Mitarbeiter des AKW Temelin befürchtet, dass es im Reaktor zu einer Kernschmelze kommen könnte, weil Verschmutzungen nicht beseitigt wurden. "Diese Mängel sind nur die Spitze eines Eisbergs an Mängeln", sagte Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace Österreich.

Schon vor einigen Wochen hatte sich Beck um Unterstützung an Greenpeace gewandt, woraufhin die Umweltorganisation die tschechischen Behörde aufforderte, die Hinweise von Beck ernst zu nehmen. Ing. Beck, ein Experte für Mess- und Trägertechnik, entdeckte heuer im Mai, dass mehrere Tausend Impulsröhrchen unter einem falschen Winkel angebracht wurden. Grundlage dafür war ein interner Bericht der Firma CONSUS für den tschechischen Ministerpräsidenten Milos Zeman. Die Impulsröhrchen sollten unter einem Winkel von 8 Grad angebracht sein, um eine Verstopfung durch Blasen zu vermeiden. Tatsächlich wurden sie jedoch unter einem falschen Winkel von 0,8 Grad angebracht. "Der Fehler könnte dazu führen, dass falsche Messergebnisse im Westinghouse-Kontrollsystem auftreten", sagte Jan Haverkamp, Atom-Experte von Greenpeace Tschechien.

Temelinarbeiter beschrieben, dass in den letzten Monaten wie rasend versucht wurde, einen großen Teil der Impulsröhrchen neu anzubringen. Die nationale Atomaufsichtsbehörde (SUJB) versicherte erst kürzlich, dass das Problem beseitigt worden sei. Beck behauptet allerdings, dass noch immer zahlreiche Impulsröhrchen in einem falschen Winkel angebracht sind. Daneben gab Beck an, dass "nur etwa 140 von etwa 5000 Röhrchen in der Eile gereinigt wurden, um Metallteilchen zu beseitigen. Das bedeutet, dass wahrscheinlich noch Kilos von Restmaterial im primären Kreislauf herumliegen können". Bei einer Aktivierung des Reaktors könnte dies zu unvorhergesehen Reaktionen im Reaktorkessel führen, wie beim Unfall im Kraftwerk Jaslovske Bohunice im Jahr 1976.

Zdenek Beck erstattete deshalb Strafanzeige wegen Gefährdung der Allgemeinheit gegen den tschechischen Industrieminister Miroslav Gregr, die Leiterin der tschechischen Atomaufsichtsbehörde SUJB Dana Drabova und gegen das Management von CEZ. "Das zeigt, dass Temelin keineswegs so sicher ist, sondern es wird nur immer beschwichtigt", befürchtet daher Haverkamp.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Jan Haverkampf, Greenpeace Tschechien
Tel.: 00420-604-257 822
MMag. Franko Petri,
Pressesprecher Greenpeace Österreich
Tel.: (01) 545 45 80/29 od. 0676/514 72 46

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEE/OTS