Grasser zu KESt, Spekulationssteuer und neuer Fondssteuer

Wien (OTS) - Finanzminister Karl-Heinz Grasser präzisiert in einem GEWINN-Interview (erscheint in der Oktober-Ausgabe des GEWINN) neue Details zum Steuerpaket. Grasser: "Bei der KESt bleibt alles beim Alten. Die Verlängerung der Spekulationssteuer auf zwei Jahre kommt nicht. Was aber kommt, ist die fünfprozentige Besteuerung der Fondserträge innerhalb der Fonds." Auch die Besteuerung des ausländischen Kapitals sei doch nicht im Steuerpaket enthalten.

Nichts zu rütteln gibt es allerdings an der Verdreifachung der Schenkungs- und Erbschaftssteuer auf Immobilien. Grasser: "In allen OECD-Staaten liegen die durchschnittlichen Abgaben auf das Vermögen bei 40 Milliarden Schilling. In Österreich waren es bislang 1,5 Milliarden, durch die Erhöhung der Einheitswerte steigen die Abgaben jetzt auf fünf Milliarden Schilling."

Zahlreiche Steuertricks und Fluchtwege vor Grassers Steuerpaket werden in der GEWINN-Titelgeschichte vorgestellt. Etwa, wie man Sparbücher noch bis 2002 steuerfrei verschenken kann. Oder, dass sich Mitarbeiter eine etwaige Betriebspension noch heuer abfinden lassen sollten, um nicht Geld zu verlieren.

Österreichs Manager über das Steuerpaket

Österreichs Manager sind in Bezug auf Grassers Steuerpaket in zwei Lager gespalten, berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner Mittwoch erscheinenden neuen Ausgabe. Bei einer exklusiven GEWINN-Umfrage unter heimischen Führungskräften halten 52 Prozent der Befragten das Steuerpaket für ausgewogen, 48 Prozent für nicht ausgewogen.

Eine klare Mehrheit von 56 Prozent der Befragten fürchtet jedoch eine konjunkturelle "Dämpfung für die kommenden ein bis zwei Jahre". Drei von zehn erwarten "keinen nennenswerten Einfluss", und der Rest erhofft sich vom Steuerpaket sogar eine "belebende Wirkung".

Skepsis gegenüber Telekom-Aktien

Wert bei 100 bis 120 Milliarden Schilling

Bei einer exklusiven Manager-Umfrage des Wirtschaftsmagazin GEWINN für seine am Mittwoch erscheinende Oktober-Ausgabe wollen 80 Prozent der befragten Führungskräfte keine Telekom-Aktien kaufen! Lediglich zehn Prozent werden sich beim Börsengang der Telekom Austria sicher beteiligen, weitere zehn Prozent halten es zumindest für wahrscheinlich.

Andererseits haben sich bis Ende September schon rund 100.000 Österreicher ihr Ticket für die sichere Aktien-Zuteilung geholt. Rund 300 Werbemillionen sollen bis zum wahrscheinlichen Börsengang Mitte November die Nachfrage der "Volksaktie" weiter anheizen.

Den Wert der Telekom Austria errechnet das Wirtschaftsmagazin GEWINN auf Basis der 25-Prozent-Beteiligung der italienischen Telekom-Firma STET auf 100 bis 120 Milliarden Schilling.

Betrachtet man die Emissionen im Telekom-Bereich in den vergangenen zwei Jahren, so entpuppen sich alle als Erfolg: Mit Abstand am besten fuhren Aktionäre der Swisscom. Seit der Emission im Oktober 1998 stieg der Kurs um 561 Prozent. Immerhin 452 Prozent Plus konnten France-Telecom-Aktionäre seit dem Oktober 1997 lukrieren. Die Deutsche Telekom (ging im November 1996 an die Börse) hingegen verbuchte bislang "nur" 258 Prozent Kursgewinn.

Kfz-Versicherung um bis zu 66 Prozent teurer

Österreichs Autofahrer, die Melkkühe der Nation, werden nicht nur bei Treibstoff und Kfz-Steuer zur Kasse gebeten. Auch bei den Kfz-Haftpflicht- und Kaskoprämien kam es zu enormen Verteuerungen. Wie das Wirtschaftsmagazin in seiner Oktober-Ausgabe verglich, stiegen die Prämien beispielsweise für einen VW Golf gegenüber 1999 um bis zu 66 Prozent. Zahlte ein Allianz-Kunde 1999 noch 11.582 Schilling Haftpflicht- und Vollkaskoprämie, muss er heuer nach Prämienerhöhungen und Streichung von Rabatten 19.163 Schilling berappen.

Bei anderen Versicherungen bewegen sich die Prämienerhöhungen zwischen elf und 21 Prozent bzw. 1.000 bis knapp über 2.000 Schilling.

Die Erhöhungen begründet Alexander Hoyos, Generaldirektor vom Marktführer Allianz, damit, dass "die Prämien kontinuierlich nach unten gingen, während die Schäden und die Reparaturkosten nach oben gegangen sind."

Generali "flüchtet" in deutschen Fonds

Nachdem 40 Jahre lang ergebnislos über ein Immobilienfondsgesetz diskutiert wird, hat die Generali Versicherung jetzt die Konsequenzen gezogen. Drei Häuser aus dem Generali-Besitz - in der Wiener Innenstadt Bösendorferstraße 2-4 (Ecke Kärntner Straße), die Wiedner Hauptstraße 68 in Wien 4 und die Musikhochschule in der Grazer Bahnhofstraße - wurden vor kurzem in einer vom Kölner Bankhaus Sal Oppenheim gemanagten Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft "zwischengeparkt". Laut einem Bericht in der Oktober-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins GEWINN sind die drei ehemaligen Generali-Häuser rund 260 Millionen Schilling wert.

Werbeabgabe belastet selbst Hausherren und Bauern

Die mit 1. Juni 2000 in Kraft getretene Werbeabgabe, eine bundeseinheitliche Abgabe für Werbeeinschaltungen, trifft nicht nur Österreichs Tageszeitungen, Magazine, den ORF und die Privatradios. Auch ein Hausbesitzer, der seine graue Fassade für bunte Werbung zur Verfügung stellt, oder ein Bauer, der auf seinem brach liegenden Feld eine Werbetafel aufstellt, kann, so berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in der Oktober-Ausgabe, zur Kasse gebeten werden. Fünf Prozent seiner Einnahmen muss der Hausbesitzer in Zukunft jeweils bis zum 15. des zweitfolgenden Monats an den Fiskus abliefern.

Geheimtipps der heimischen Kunstszene

Im alljährlich in Zusammenarbeit mit heimischen Sammlern, Kuratoren, Galeristen und Kunsthändlern erstellten GEWINN-Kunstbaromater finden sich heuer auch erstmals Geheimtipps der heimischen Kunstszene. An der Spitze dieser sogenannten "Emerging Artists" finden sich in der GEWINN-Oktober-Ausgabe der seit 1979 in Wien lebende Jun Yang, der in seinen Foto-, Video- und Textarbeiten das Spannungsfeld zwischen asiatischer und westlicher Kultur thematisiert. Weitere Shooting Stars sind der 35-jährige Mathias Poledna, die erst 27-jährige Anita Leisz und die 20-jährige Eva Grubinger.

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