Hacker-Jäger Vranesevich: Klau von Kreditkartennummern eines der häufigsten Delikte im Netz / Anschließend schwunghafter Handel über "vertrauenswürdige" Partner

Hamburg (ots) - Der Klau von Kreditkartennummern gehört nach den Erfahrungen von Amerikas gefürchtetstem Hacker-Jäger John Vranesevich zu den häufigsten Delikten im Netz. In einem Interview des deutschen Männermagazins GQ berichtet Vranesevich über den Fall eines überführten Hackers namens Maxus. Er sei in das System des Onlineshops CD Universe eingebrochen und habe über 300.000 Kreditkartennummern gestohlen. Der Onlineshop habe sich bedeckt gehalten und sogar behauptet, es hätte keine Kundenklagen gegeben. Maxus habe sich dagegen mit der Tat gebrüstet und E-Mails sowie einige "Beweisnummern" an die Times geschickt. Schließlich habe er 25.000 Nummern auf eine Webseite gestellt und von CD Universe 100.000 Dollar Lösegeld gefordert. Der Shop habe sich geweigert, vom FBI die Seite schließen lassen und die Kunden unterrichtet. Nach Angaben des in die Ermittlungen eingeschalteten Hacker-Jägers hat Maxus einen großen Teil der gestohlenen Nummern an "vertrauenswürdige" Partner in Tausenderpaketen zu einem Dollar das Stück verkauft. "Und zwar als sogenannte Virgin-Karten."

"Das bedeutet, der ’Carder’ besitzt als Einziger diese Nummer. Außer dem rechtmäßigen Besitzer natürlich, der davon oft gar nichts weiß", berichtet Vranesevich. Ein guter Teil sei an befreundete Reseller verkauft, 50 Stück für 1000 Dollar. Der Preis für den Endkunden: 500 Dollar. Das meiste Geld habe er jedoch mit einem gerissenen Trick gemacht. "Er gab sich bei dem Abbuchungssystem CyberCash selbst als ’Händler’ aus und belastete Cyberkonten der Nummern nach Belieben mit fiktiven Verkäufen", sagte Vranesevich, zu dessen Kunden auch der CIA gehört. "Dank unserer Kontakte und Informanten konnten wir uns relativ schnell in diesen Ring einschleusen. Wir knackten seinen Account-Namen und sein Kennwort und setzten uns auf seine Spur." Sie habe zur Hansabank in Riga (Lettland) geführt, wo Maxus als Maxim Ivancov seine Gewinne deponiert habe. Die Ermittlungsergebnisse habe er an die Polizei weitergegeben. Es sei jedoch zu keiner Anzeige gekommen. "Die Beziehungen zwischen den USA und Lettland sind nicht die besten", begründete Vranesevich.

Die Seite seines Unternehmens werde im Schnitt 340 Mal pro Stunde von Hackern angegriffen. Das seien über drei Millionen Hackversuche im Jahr. "Dagegen haben wir gar nichts, das ist die beste Übung, die wir kriegen können", sagt der Hacker-Jäger.

Diese Meldung ist unter Quellenangabe GQ zur Veröffentlichung frei.

ots Originaltext: Deutsches Männermagazin GQ
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