Gewerkschaft: Warum nur der Lenker auf der Anklagebank?

Beim Prozess zur Tauerntunnel-Katastrophe fehlt der Auftraggeber

Wien (HTV/ÖGB). Sekundenschlaf des Lenkers soll die Ursache der Katastrophe im Tauerntunnel Ende Mai vergangenen Jahres gewesen sein. Kommenden Mittwoch muss sich der 28-jährige LKW-Lenker dafür vor Gericht verantworten. "Und was ist mit dem Auftraggeber für diese Fahrt?", fragt nun der Fachsekretär der Bundessektion Transport in der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV), Georg Eberl.++++

Sekundenschlaf ist die direkte Folge von Übermüdung und immer wieder Ursache von Unfällen. Und Übermüdung gehört heute bereits zum Alltag vieler Berufskraftfahrer. Eberl: "Der Termindruck, dem die Fahrer ausgesetzt sind ist enorm. Viele Frächter kümmern sich einen Dreck um die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Einsatzzeiten."

Auch der junge Fahrer, der nun auf der Anklagebank sitzt, soll viel zu lange unterwegs gewesen sein. Eberl: "Vorbehaltlich der Richtigkeit der in den verschiedenen Medien angegebenen Einsatzzeiten des Lenkers, vermisst die Gewerkschaft HTV den Auftraggeber des Lenkers auf der Anklagebank. Auftraggeber von Fahrten, die es Lenkern unmöglich machen, die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten, sind die wahren Schuldigen an solchen Tragödien."

Eberl fordert aber auch, dass "gerade für die bevorstehende Herbst- und Winterzeit alle LKW- und Buslenker mit reflektierenden Warnwesten ausgestattet werden müssen. Bei Reifenpannen in der Nacht oder bei schlechter Sicht kommt es immer wieder zu schweren Unfällen."(ff)

ÖGB, 26. September 2000
Nr. 778

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