"Neues Volksblatt" Kommentar: "Seriös" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 26. September 2000

Linz (OTS) - Die Beamten stehen diese Woche vor einer schwierigen Entscheidung: Sie stimmen über Kampfmaßnahmen ab. Und auch sie wissen, dass ihr Image nicht so ist, dass Streiks und dergleichen auf großes Verständnis in der Bevölkerung stoßen dürften. Zu lange ist das Bild des Nichtstuers in der Verwaltung, dem noch dazu pragmatisiert überhaupt nichts passieren kann, von Politikern quer über Parteigrenzen hinweg gezeichnet worden. Dieses Bild hat, in Teilen, seine Berechtigung, stimmt aber, wie es bei Verallgemeinerungen nun einmal so ist, in seiner Gesamtheit überhaupt nicht. Natürlich müsste sich, etwa beim Dienstrecht an den Universitäten, einiges ändern, pragmatisierte Professoren, die, unabhängig vom aktuellen Forschungsstand, seit Jahren die gleiche Vorlesung halten (ja, das gibt es), sind beispielsweise wirklich kein Renommee (und schon gar keine Berechtigung für Studiengebühren). Und Faktum ist auch, dass der Regulierungswahn früherer Zeiten einen Apparat aufgebläht hat, der wahrlich nicht notwendig, dafür aber teuer ist. Daran sind aber nicht Beamte, sondern Politiker schuld. Die angekündigte Aufgabenreform des Staates eilt. Sie ist der erste Schritt, ohne den sich über Einsparungen im öffentlichen Dienst nicht seriös diskutieren lässt.

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