"Kleine Zeitung" Kommentar: "Hüftschüsse" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 26.9.2000

Graz (OTS) - Offensichtlich haben die Vorreiter der "sozialen Treffsicherheit" selbst nicht gewusst, was sie tun. Zunächst erklärte die steirische Landeshauptfrau, dass die Studiengebühren mit ihr nicht zu machen wären und nun entdeckte der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, dass die Wartefrist bei der Arbeitslosigkeit die in seinem Bundesland überdurchschnittlich vielen Saisonarbeiter im Baugewerbe und im Tourismus besonders treffen würde.

"In dieser Form war die Regelung nicht geplant", sagte das einfache Parteimitglied Haider, der aber weiterhin im Koalitionsausschuss sitzt.

Was also war geplant? Das Problem ist ja seit langem bekannt: Am Bau und im Fremdenverkehr werden mit Saisonende die Beschäftigten oft mit einer Wiedereinstellungszusage "stempeln" geschickt, wobei aus dem Topf der Arbeitslosenversicherung weit mehr herausgeholt als eingezahlt wird.

Unbestritten ist, dass sich beide Seiten einvernehmlich bedienten. Wenn aber bei einvernehmlicher Kündigung eine Wartefrist von vier Wochen eingeführt werden soll, wird die Last einseitig auf die Arbeitnehmer abgewälzt.

Wer wie die Koalition ohne zu zielen aus der Hüfte feuert, schießt treffsicher daneben.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS