Vorarlberger Pflegegeld: Studie belegt hohe Treffsicherheit

LR Bischof: Hervorragende Arbeit der pflegenden Angehörigen bestätigt

Bregenz (VLK) - Das Institut für Gesundheits- und
Krankenpflege wurde von der Vorarlberger Landesregierung
beauftragt, im Rahmen einer Untersuchung von Empfängern des Pflegegeldes nach dem Landes-Pflegegeldgesetz die Betreuungs-
und Pflegequalität und die widmungsgemäße Verwendung des Pflegegeldes zu prüfen. Der jetzt vorliegende Bericht
bestätigt, dass der notwendige Standard der Pflegequalität in allen Fällen gegeben ist und das Pflegegeld widmungsgemäß verwendet wurde, betonte Soziallandesrat Hans-Peter Bischof
heute, Montag, bei einer Pressekonferenz im Landhaus in
Bregenz: "Das Pflegegeld bewirkt somit eine hohe
Treffsicherheit". Der Bericht dokumentiere auch die
hervorragende Arbeit, die von den pflegenden Angehörigen
geleistet wird, stellte Bischof fest. ****

Das Pflegegeld ist laut Landes-Pflegegeldgesetz ein pauschalierter Beitrag zur Abgeltung pflegebedingter Mehraufwendungen. Es gebührt Pflegebedürftigen unter
bestimmten Voraussetzungen unabhängig von der Ursache der Behinderung. Während beim Bundes-Pflegegeld vorwiegend
Personen mit eigener Pensionsversicherung anspruchsberechtigt
sind, konzentriert sich das Landes-Pflegegeld bevorzugt auf
andere Personengruppen: Hausfrauen ohne Pensionsanspruch,
sowie Kinder und Menschen mit Behinderung. Mit Stichtag 31. Dezember 1999 bezogen 1.457 Personen das Pflegegeld. Die
Ausgaben für das Landes-Pflegegeld betrugen gut 120 Millionen Schilling (8,7 Millionen Euro).

Untersucht wurden Empfänger des Pflegegeldes ab 60 Jahren, soweit sie nicht in einem Heim untergebracht waren und ein Pflegegeld der Stufen 3 bis 7 bezogen. Insgesamt wurden 189 Pflegegeldbezieher überprüft. Fast die Hälfte (47 Prozent)
der untersuchten Pflegegeldbezieher erhält ein Pflegegeld der
Stufe 3, 22 Prozent der Stufe 4, 24 Prozent der Stufe 5,
sechs Prozent der Stufe 6 und ein Prozent der höchsten
Pflegestufe 7. Die durchschnittliche Pflege dauerte 7,4
Jahre. 52 Prozent wurden bereits fünf Jahre oder länger
gepflegt. Das Durchschnittsalter beträgt 78,1 Jahre. 96
Prozent sind weiblichen Geschlechtes.

Hohe Pflegequalität, kein Missbrauch des Pflegegeldes

"Die Untersuchung hat gezeigt, dass der notwendige
Standard der Pflegequalität in allen Fällen gesichert ist",
so Landesrat Bischof. Die vorgefundene Pflege war bei 60
Prozent "sehr gut" und bei 40 Prozent "zufrieden stellend".
Bischof: "Es wurde daher eine hervorragende Arbeit der
pflegenden Angehörigen bestätigt". Der größte Teil des Pflegebedarfes wird vom Gatten bzw. Partner und/oder von den
Kindern bzw. Schwiegerkindern geleistet. Von den ambulanten
Pflege- bzw. Hilfsdiensten wird vor allem die
Hauskrankenpflege in Anspruch genommen. Aber auch mobile Hilfsdienste werden herangezogen, insbesondere wenn ständige Anwesenheit erforderlich ist.

Bei der Verwendung des Pflegegeldes ist in keinem Fall ein Missbrauch erkennbar. "97 Prozent des Pflegegeldes wurden ausschließlich zur Abdeckung der durchschnittlichen Kosten
für die Pflege verwendet", so Bischof. Die durchschnittlichen monatlichen Kosten je Landes-Pflegegeldbezieher betrugen rund
8.300 Schilling (600 euro), hievon entfielen 80 Prozent auf
Hilfs-, Betreuungs- und Pflegeleistungen und 20 Prozent auf Sachkosten für die Pflege.
(tm,nvl)

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