Faymann: 20.000 Wohnungen im erneuerungsbedürftigen Gebiet gebaut

Fuchs betont infrastrukturfördernde Rolle der Wohnbauförderung

Wien, (OTS) "Die Waffelfabrik in der Redtenbachergasse ist
ein typisches Beispiel für die Schwerpunktsetzung der Wiener Wohnbaupolitik seit 1996: Weg vom Neubau am Stadtrand - hin zur Sanierung im innerstädtischen Bereich. Seitdem steht schwerpunktmäßig die Bebauung und Sanierung im inneren, erneuerungsbedürftigen Bereich im Vordergrund. Die Stadterneuerung soll vor allem in den besonders erneuerungsbedürftigen innerstädtischen Zonen die Wohnqualität erhöhen. Diese Stadtteile sind durch schlechtere Bausubstanz, wenig Frei- und Grünräume und Infrastrukturdefizite gekennzeichnet. Sie sollen durch
Verbesserung der Infrastruktur und Wohnqualität attraktiviert werden. Bereits 60 Prozent aller Neubau-Projekte sind in erneuerungsdringlichen Gebieten angesiedelt. Ein Punktesystem, das die Lage des Projekts besonders hoch beurteilt, hat dazu geführt, dass innerstädtische Projekte vorgereiht werden. Fast 20.000 attraktive neue oder sanierte Wohnungen entstehen derzeit in den erneuerungsbedürftigen Stadtteilen Wiens", erklärten Wohnbaustadtrat Werner Faymann und ÖVP-Wohnbausprecher Gemeinderat Georg Fuchs am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz.****

"Die wissenschaftlichen Prognosen gehen von einer leichten Zunahme der Bevölkerung Wiens in den nächsten 20 Jahren aus. Im Jahr 2021 soll sie bei 1,670 Millionen (heute 1,610 Millionen) liegen. Für den Wohnbau in Wien bedeutet das, dass die vom Bund an die Stadt Wien bereitgestellten Mittel für die Wohnbauförderung aufrechterhalten bleiben müssen. Ansonsten droht für die Zukunft ein Wohnungsengpass verbunden mit einem erhöhten Mietniveau in Wien.

Auch interne Umschichtungen im Wiener Landesbudget können keinen Ersatz bieten. Immerhin kosten die Pläne der
Bundesregierung (Senkung der Werbeabgabe, Getränkesteuerersatz, Aufhebung des Bevölkerungsschlüssels...) Wien jährlich 15 Milliarden Schilling. Der Druck auf die Finanzen der Stadt ist so hoch, dass Umverteilungen in dieser Größenordnung nicht mehr möglich sind.

Die Bundeshauptstadt hat über ihre Aufgaben als Gemeinde und Bundesland hinaus - eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen, die
andere Städte und Gemeinden nicht zu erfüllen haben. Vor allem im Verkehrs-, Gesundheits- und Wohnbereich. Diese Aufgaben erfordern auch ein höheres Ausmaß an finanziellen Ausgaben und damit an finanzieller Bedeckung.

Die Schwerpunktsetzung der Wohnbauförderung soll aber verändert werden. Die personenbezogenen Förderungen, die in den letzten Jahren bereits verdreifacht wurden (Superförderung, Jungfamilienförderung, Verbesserung der Wohnbeihilfe, Eigenmittelersatzdarlehen) sollen weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus soll die Wohnbeihilfe noch gerechter verteilt werden. Sie soll allen zustehen, die die finanziellen Bedingungen erfüllen. Unabhängig davon, ob sie in geförderten oder privaten Wohnungen wohnen. Das heißt, jeder, der die Förderungskriterien erfüllt, soll bei entsprechend langem Aufenthalt Wohnbeihilfe erhalten. Dadurch setzen wir einen spürbaren Schritt zu mehr Gerechtigkeit und sozialer Treffsicherheit in Wien, führten Faymann und Fuchs aus.

"In den letzten 5 Jahren wurden 36.400 geförderte Wohnungen neu errichtet, in den letzten 15 Jahren (1984 bis 1999) hat die Gemeinde Wien sogar die Sanierung von 3.297 Objekten mit 146.000 Wohnungen gefördert und dafür 38,8 Milliarden Schilling ausgegeben. Neben der sozialen Durchmischung setzt Wien dadurch einen wesentlichen Impuls für den "Konjunkturmotor" Bauwirtschaft. Auf etwa 15.000 Arbeitsplätze im Bau- und Baunebengewerbe wird der beschäftigungspolitische Effekt der Wiener Wohnbauförderung geschätzt. Darüber hinaus steuert Wien das städtebauliche und architektonische Bild der Bundeshauptstadt und leistet durch die thermische Sanierung einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz."

Integrationsprojekt "Waffelfabrik"

Wie Faymann und Fuchs betonte, verdeutliche das Projekt Waffelfabrik den Erfolg der neuen Schwerpunktsetzung der Wohnbau-und Sanierungsförderung in den letzten Jahren. Es biete darüber hinaus ein eindrucksvolles Beispiel der Integration auf unterschiedlichen Ebenen. "Einerseits beinhaltet der Wohnbau eine Wohngemeinschaft für acht behinderte Menschen. Zum anderen wird eine historische Ziegelfassade in einen modernen Baukörper integriert. Und das Projekt stellt auch ein gutes Beispiel für die Integration eines Gewerbebetriebs in einen Wohnbau dar. Die Wärme der Fabriksmaschinen wird über ein Wärmerückgewinnungssystem zur Beheizung der Wohnungen beziehungsweise zur Warmwassergewinnung genutzt. Bis zu 45 Prozent kann dieser Beitrag zur Beheizung der Wohnungen betragen. Der gesamte Baumbestand bleibt erhalten, der großzügige grüne Innenhof bietet viel Raum für Erholung und Freizeit, das Hausdach wird begrünt. Der Bau wird eine Wohngemeinschaft für Behinderte beinhalten und umfasst zusätzlich 28 1- 3-Zimmer-Wohnungen in einer Größe von 35 bis 115 Quadratmeter".

Die künftigen Mieter werden 2.900 Schilling pro Quadratmeter an Eigenleistung bringen und haben dann mit einer Miete von etwa
72 Schilling pro Quadratmeter zu rechnen. Bauträger ist die Heimat Österreich, die bei diesem Projekt auch auf einen Dachgarten verweisen kann, der ungefähr 300 Quadratmeter groß ist.

Die Eigenmittel für einen der insgesamt 26 Garagenplätze betragen 13.500 Schilling, die monatliche Belastung liegt bei 720 Schilling.

Die förderbaren Gesamtbaukosten liegen bei insgesamt knapp 46 Millionen Schilling. 21 Millionen Schilling davon macht die Wohnbauförderung der Stadt Wien aus.

Die Nahversorgung ist gut. Es gibt einen Lebensmittelmarkt im selben Block und zahlreiche Geschäfte in der benachbarten
Hernalser Hauptstraße. Auch Schulen, ein Kindertagesheim und eine Apotheke befinden sich in der unmittelbaren Nähe.

Noch im Oktober findet die Dachgleiche des Baus statt. Die künftigen MieterInnen werden im Spätsommer des kommenden Jahres einziehen können. (Schluss) gmp

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