Sichrovsky: Künstler müssen sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung wieder bewußt werden.

Dürfen sich nicht zu Propagandainstrumenten einzelner politischer Parteien reduzieren

Wien, 2000-09-25 (fpd) - Österreichische Künstler, Kulturschaffende und Intellektuelle müssen sich als kritisches Element einen Platz in der Gesellschaft wieder zurückerobern. Ihr jahrzehntelanges Schweigen gegenüber der politischen Macht in Österreich und die plötzlich neu entdeckte Lust zum Widerstand macht sie weder politisch glaubwürdig noch besonders interessant. Wo war der Protest der Künstler unter einem sozialdemokratischen Kanzler gegen eine Verweigerung der Wiedergutmachung an Sklavenarbeitern im Dritten Reich, an den Opfern der Arisierungen und eine Unterstützung der sozial Schlechtergestellten in Österreich. Anstatt sich in der politischen Distanz zur Macht zu definieren, übernahmen sie in vielen Fällen die Rolle der Schoßhunde der politischen Mächtigen in der Vergangenheit, kritisierte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky.****

Die Protestbewegung der Künstler und Intellektuellen gegen die neue FPÖ/ÖVP-Koalition habe vor allem deshalb keine Glaubwürdigkeit, weil ihr jede Tradition in Österreich fehle. Vertreter dieser sogenannten Elite zeigen ein abrufbares Verhalten, das je nach Bedarf gegen den politischen Gegner eingesetzt werden könne, so der Generalsekretär.

"Es ist zu hoffen, daß sich Künstler und Intellektuelle in Österreich wieder ihrer eigenen gesellschafts-politischen Aufgabe bewußt werden und einen Gegenpol zur politischen Macht darstellen, gleichgültig wer diese nun besetzt", meinte Sichrovsky abschließend. (Schluß)

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