Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Frauen "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Für die Frauen bleibt der Rest

Ausgabe vom 23. Sept. 2000 Klagenfurt (OTS) Treffsicher ist das Sozialpaket der Regierung auf jeden Fall. Das beginnt bei der Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für - kinderlose - Partner. Experten verteidigen diese Regelung mit dem zunächst emanzipatorisch klingen den Argument, die Gratis-Mitversicherung sei ein unerwünschter Anreiz für Frauen, dem Arbeitsmarkt fernzubleiben. Realität ist allerdings, dass beispielsweise in strukturschwachen Regionen und für Frauen über 50 sehr schwer ein Arbeitsplatz zu finden sein wird. Wenn doch, dann ein schlecht bezahlter, der in keiner Weise der Ausbildung der Betroffenen angepasst ist. Je mehr das Familieneinkommen leidet, desto eher werden Frauen in den Bereich der geringfügigen Beschäftigung abgedrängt. Die Chancen, sich für attraktivere Arbeitsplätze höher zu qualifizierten, schwinden nicht zuletzt mit Einführung der Studiengebühren. 5000 Schilling sind nicht nur eine symbolisch, sondern auch eine psychologische Barriere. Studium wird zum Luxusgut, das viele alleinverdienende Patriarchen, wenn überhaupt, eher dem Sohn als der Tochter angedeihen lassen. Zahlreiche Frauen, die kein eigenes Einkommen und zwei studierende Kinder haben, denen dennoch kein Stipendium gewährt wird, können ihren an der Uni vorbereiteten Wiedereinstieg vergessen. Die Studierenden mit kleinen Kindern werden Bittstellerinnen, die dem erwerbstätigen Ehemann die Investition von zusätzlichen 5000 Schilling erst einmal erklären müssen. Was bleibt für Frauen von Bildung und Arbeitsmarkt? - der Rest.

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