Regierung verabschiedet sich von ökologischer Waldpolitik

Scharfe WWF-Kritik an geplanten Teilverkäufen der Bundesforste

Wien (OTS) - Die Regierung erteile internationalen Bemühungen um Schutz und nachhaltige Nutzung der Wälder eine klare Absage, kritisiert der WWF (World Wide Fund For Nature) die geplanten Teilverkäufe der Bundesforste. Gerade Flächen der öffentlichen Hand stünden vor der Herausforderung, sich zu ökolgischen und gemeinnützigen Vorzeigebetrieben zu entwickeln. Bei den Bundesforsten ist eine solche Entwicklung mit der Ausgliederung vor vier Jahren teilweise eingeleitet worden, erste Erfolge haben sich bereits eingestellt. WWF-Geschäftsführer Dr. Günther Lutschinger: "Jetzt werden die Bundesforste praktisch über Nacht in einen Schuldenberg von mehreren Milliarden geworfen, mit denen sie dem Bund Seen abkaufen sollen, die nicht einmal die Hälfte wert sind. Das erzwingt Raubbau und Kahlschläge in unseren Wäldern und ist ein Schlag ins Gesicht internationaler Waldschutzbemühungen."

Die Bundesforste sind zwar noch weit von einem ökologischen Herzeige-Betrieb entfernt, dennoch haben sie in den letzten Jahren vermehrt Bereitschaft gezeigt, sich den sozialen und ökologischen Anforderungen an öffentliche Wälder zu öffnen, so der WWF. Beispiele seien Flächen in Nationalparks, das erst im Frühjahr präsentierte Programm zur Renaturierung von Mooren und das wachsende Angebot für Erholungssuchende. Dabei haben die Bundesforste auch noch jährlich rund 200 Millionen zum Bundesbudget beigetragen. Jetzt sollen sie drei Milliarden auf den Tisch legen, um dem Bund Seen abzukaufen, die nach WWF Schätzung bestenfalls die Hälfte wert sind. "Der Wald braucht einen Umweltminister, der unseren Wald schützt und positive Entwicklungen weitertreibt - aber leider lässt Forstminister Molterer jetzt einen nicht wieder gut zu machenden Rückschritt zu".

Der WWF wird daher sicher bereit sein, im Rahmen einer Plattform von Natur- und Konsumenten- schützern Mittel der direkten Demokratie zu unterstützen. Lutschinger: "Der Wald geht uns alle an - auf jeden Österreicher kommen immerhin ganze 1.000 Quadratmeter Bundesforste".

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