Grüne/Kunz zu Babyklappe: Rettungsaktionen sind gut, Hilfe im Vorfeld besser

Schule soll informieren / eine österreichweite Notrufnummer

Wien (Grüne) - Anlässlich der heute stattfindenden parlamentarischen Enquete zum Thema Babynest bzw. anonyme Geburt stellt die Expertin der Grünen, die Wiener Landtagsabgeordnete und Gesundheitssprecherin Alessandra Kunz, fest, es seien "beide Maßnahmen sehr begrüßenswert, aber noch wichtiger wären Informations-und Hilfsmaßnahmen im Vorfeld sich abzeichnender Krisen. Ganz offensichtlich gibt es da gravierende Defizite, denn sonst wären diese Rettungsaktionen ja nicht notwendig."

Die Grünen präsentieren dazu auf der Enquete zwei Vorschläge, die aus Grüner Sicht längst überfällig sind:

"Künftig soll kein junger Mensch mehr die Schule verlassen, ohne eine Broschüre mit Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für Krisenfälle im Leben erhalten zu haben." Gerade über die Schule erreicht man so gut wie alle jungen Menschen. Es muß möglich sein, im letzten Pflichtschuljahr ein oder zwei Unterrichtsstunden zu 'opfern' um sowohl über die öffentlichen als auch privaten Hilfseinrichtungen und deren Hauptaufgaben zu informieren. Das käme nicht nur Schwangeren in Notsituationen zugute, sondern könne auch einen Beitrag leisten, um andere Kurzschlußhandlungen bis hin zu Selbstmordversuchen zu verhindern. "Es ist doch bei weitem sinnvoller junge Frauen zu informieren, wo sie im Fall einer als problematisch empfundenen Schwangerschaft auf Hilfe und Unterstützung zählen können, als ihnen nur die Möglichkeit zu bieten, ihr Kind in medizinisch vertretbarer Weise wegzulegen. Keine Frau tut das, wenn sie andere Möglichkeiten sieht. Und genau diese anderen Möglichkeiten müssen wir den Betroffenen zeigen", so die Grünpolitikerin. Aus Grüner Sicht haben Bund und Länder in diesem Bereich eine 'Bringschuld', denn die sozialen Rahmenbedingungen sind leider keineswegs so, dass Mütter und Kinder in jedem Fall auf gesellschaftliche Akzeptanz und ausreichendes Einkommen zählen können.

Überdies wollen die Grünen eine Kampagne anregen, in der österreichweit eine einzige soziale Notrufnummer propagiert wird, unter der Tag und Nacht geschultes Beratungspersonal erreichbar ist und unter der kompetent und anlassbezogen über konkrete Hilfsmöglichkeiten informiert wird. "Die Rettung hat auch in ganz Österreich dieselbe Nummer - und das ist gut so", bringt Kunz den Vorschlag auf den Punkt. "Dies muss auch im Bereich sozialer Problemsituationenermöglicht werden. So viel Geld muß auch in engen Budgetzeiten vorhanden sein. Wir hoffen, dass unsere Vorschläge auch bei den ParlamentarierInnen der anderen Fraktionen Unterstützung finden", schließt Kunz.

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