Heinzl: Studiengebühren: Bauernkammern-Privilegien abbauen statt Jugend und Familien schröpfen

Ein Drittel der Studenten muss für Studium bereits arbeiten, mehr als die Hälfte der Familien mit studierenden Kindern haben weniger als 30.000 Schilling brutto

St. Pölten, (SPI) - "Mehr als ein Drittel der Studenten muss bereits neben dem Studium arbeiten, um sich dieses finanzieren zu können. Mehr als die Hälfte der Familien mit studierenden Kindern haben ein Brutto-Monatseinkommen von weniger als 30.000 Schilling. Es ist damit klar, wen die 10.000 Schillinge Studiengebühren am meisten treffen -die Familien mit kleinen Einkommen, kleine Arbeiter und Angestellte sowie die Studierenden selbst, die sich ihr Studium selbst finanzieren müssen. Wenn der Papa oder die Mama ein entsprechendes Einkommen haben - aus Unternehmen, Stiftungen, Großgrundbesitz oder bäuerlicher Erwerbstätigkeit mit günstigsten Steuersätzen aufgrund der längst überholten Einheitswertberechnung - dürften sich die 10.000 Schilling im Jahr aus der ‚Portokasse‘ bezahlen lassen. Für alle anderen bedeutet es mehr als ein halbes Monatseinkommen - und zwar netto", übt der St. Pöltner Nationalrat Anton Heinzl scharfe Kritik an den von der blauschwarzen Bundesregierung beschlossenen Einführung von Studiengebühren. Im Bezirk St. Pölten sind rund 3.000 Studententinnen und Studenten von den neuen Studiengebühren betrofffen.****

Als "grotesk und gerade zu dümmlich" bezeichnet Heinzl die Argumentation, dass die Studenten durch Studiengebühren zu vermehrter Lehrveranstaltungabsolvierung "motiviert" werden. "Wenn man neben seinem Studium arbeiten muss, dann dauert es auch länger und man kann weniger Zeugnisse machen. Wenn die Professoren nur wenige Prüfungstermine anbieten, dann dauert es auch länger. In diesem Zusammenhang mittels Studiengebühren von einer Motivation für ein schnelleres Studium zu sprechen, ist eine Frechheit. Glaubt diese Regierung wirklich, die Menschen lassen sich für dumm verkaufen", so Heinzl.

Von den Studiengebühren erwartet sich der Sunnyboy der Regierung, FP-Finanzminister Grasser, Mehreinnahmen von nicht weniger als 2 Milliarden Schilling für sein Budget. In die Bildung oder in die Universitäten fließt kein Schilling - denn Grasser strich den Universitäten jetzt schon fast über zwei Milliarden Schilling, was sie über die Hälfte der Studiengebühren zurückbekommen, deckt daher nicht den bereits erfolgten finanziellen Aderlass . "Andere Sparvorschläge wären da viel sinnvoller. Warum scheut sich Grasser, endlich mit den längst überholten Bauernkammerprivilegien aufzuräumen? Als einzige Kammer Österreichs erhalten die Bauernkammern für ihren aufgeblähten bürokratischen Apparat jährlich 1 Milliarde Schilling an staatlichen Förderungen. Kürzt man dieses Privileg weg, dann hat Grasser schon die Hälfte der Einnahmen aus Studiengebühren lukriert. Wird wohl nicht kommen - denn damit trifft er vielleicht seine Freunde - oder einen Bärentaler mit Einheitswertbesteuerung", so NR Anton Heinzl abschließend. (Schluss) fa

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