Baugewerbe braucht mehr Fachkräfte

Bundesinnungsmeister Lahofer propagiert - Qualifikationsoffensive am Bau

Wien (PWK803) - Während im August 9.200 Bauarbeiter offiziell arbeitslos gemeldet waren, wurden von den Baufirmen über das AMS 3.800 Arbeitskräfte gesucht. Die Relation zwischen den 4.200 arbeitslosen Hilfsarbeitern im Vergleich zu 650 offenen Stellen ist dabei besonders hoch.
Der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, Johannes Lahofer, will nun mit einer Qualifikationsoffensive dem Problem zu Leibe rücken. Einerseits soll dadurch der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften verringert, andererseits die Zahl der Bauarbeitslosen gesenkt werden. Für spezielle Bereiche, die durch Inländer nicht abgedeckt werden können, sollten auch Saisonnierskontingente und in besonderen Fällen Ausnahmebewilligungen für Drittstaatenarbeitskräfte möglich sein. Dabei wird von den Betrieben besonderes Augenmerk auf ausreichende Deutschkenntnisse gelegt.

Konkret fordert der Bundesinnungsmeister die Verstärkung von AMS-Unterstützungen für Höherqualifizierungsmaßnahmen und Spezialistenausbildungen für Bauarbeitslose. Des Weiteren empfiehlt er den Betrieben, den Bildungsfreibetrag für außerbetriebliche Schulungen von 9% der Kurskosten zu nützen.

Das Baugewerbe verfügt österreichweit mit sieben modernst ausgestatteten Lehrbauhöfen über ein dichtes Netz an Ausbildungsstätten, die für Bau-Spezialausbildungen bestens gerüstet sind. Gute Erfahrungen wurden in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren mit AMS-geförderten Polierkursen gemacht.

Kategorisch abgelehnt wird ein Beitrag des Baugewerbes für die Umschulung von zuletzt dem Bau zugeordneten Arbeitslosen, um einen Wechsel in andere Branchen zu ermöglichen. Leider, so der Bundesgeschäftführer Günter Tschepl, spiegelt die Arbeitslosenstatistik ein verzerrtes Bild wider, da häufig versucht würde, schwerstvermittelbare Personen, als letzten Ausweg am Bau unterzubringen. Scheitert auch dieser Integrationsversuch in den Arbeitsprozess, werden diese Personen in der Bauarbeitslosenstatistik mitgeschleppt. Die Umstellung der Arbeitslosenstatistik vom Letztberuf auf den Wunschberuf, würde nicht nur die Statistik bereinigen, sondern auch die Vermittlung effizienter machen.

Besonders bedauert Lahofer, dass seitens des Gesetzgebers viele positive Anregungen des Baugewerbes entweder ignoriert oder nur halbherzig umgesetzt wurden. Insbesondere kritisiert er die Weigerung der Anrechnung des Fachbereichsunterrichts der Polytechnischen Schule auf die Berufsschulzeit, die Nichteinbeziehung des Lehrbauhofbesuchs in die Schülerfreifahrt, die fehlende Entlastung der Ausbildungsbetriebe für die Zeit des Berufsschulbesuches, die schlampige Formulierung der 3monatigen Probe- bzw. Behaltezeit im Berufsausbildungsgesetz im Verhältnis zu abweichenden Kollektivvertragsfristen sowie die Verweigerung der Einrichtung von architekturrichtlinienkonformen Fachhochschul-Studiengängen für Führungskräfte im Baugewerbe. Die Zahl der Maurerlehrlinge ist mit 4.000 schon seit Jahren konstant. Die Lehrlingsentschädigung für Maurer beträgt bei Einstieg ATS 8.300,-- und liegt im
3. Lehrjahr bereits bei ATS 16.650,--. Auch heuer werden vom 17. bis 20. Oktober am Lehrbauhof in Innsbruck, wieder rund 30 Jungmaurer aus allen Bundesländern im Wettstreit ihr Können messen. (MH)

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