Historische Fotoausstellung des Bezirksmuseums Josefstadt

Die Lerchenfelder Straße - berühmt und berüchtigt

Wien, (OTS) Der "berühmten und berüchtigten" Lerchenfelder Straße und ihrer Umgebung ist eine über Initiative des Kulturvereines "Freunde der Josefstadt" und des Bezirksmuseums Josefstadt präsentierte Fotoausstellung gewidmet, die kommenden Dienstag, den 26. September um 19 Uhr im Galerie Cafe, 7., Lerchenfelder Straße 9-11, von Vizebürgermeisterin Grete Laska eröffnet werden wird. Die Ausstellung, an deren Eröffnung auch die Bezirksvorsteherinnen des 7. Bezirkes, Dr. Gabriele Zimmermann und des 8. Bezirkes, Margit Kostal, teilnehmen werden, wurde im Rahmen des Jubiläums "300 Jahre Josefstadt" gestaltet und kann bis
24. November, Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 2 Uhr früh besichtigt werden.

Historischer Rückblick

Die Lerchenfelder Straße, als eine Hauptachse nach Westen, hatte schon immer große Bedeutung. An ihrem unteren Ende hieß sie Rofrano Gasse, benannt nach dem Palais Rofrano, den heutigen Auersperg. Hugo von Hofmannsthal ließ hier seinen "Rosenkavalier" spielen. Im Vergnügungslokal "Das grüne Tor" (heute Filiale einer Kaufhauskette) geigte Johann Strauß auf, ein echtes Kind der Lerchenfelder Straße (Geburtshaus Lerchenfelder Straße 15), und hatte im Revolutionsjahr 1848 die allergrößten Schwierigkeiten, als er die verbotene Marseillaise intonieren ließ. Auch Johann Strauß Vater wohnte in der Lange Gasse, sein Freund, der Peppi Lanner, wurde in der nahen Mechitaristengasse geboren. Kein
Wunder, wenn man vom Walzerviertel spricht.

Von der Lerchenfelder Straße aus trieben die Türken im Sturmjahr 1683 ihre Minen gegen die Stadt und ihr Befehlshaber
Kara Mustafa ruhte sich hier in seinem Gefechtsstand aus. Vor dem späteren Auersperg trieb es der Adel wild: Es war der berüchtigte Duellplatz junger Herren aus gutem Haus. In der Neudeggergasse
stand die 1903 erbaute Synagoge von Max Fleischer, die 1938 im Novemberprogrom zerstört wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Gemeindebau mit einer Tafel, die an dieses grausame Geschehen erinnert.

So kann man durchaus die Lerchenfelder Straße mit ihrer ein Kilometer Länge, die heute quasi zwei Bezirken gehört, als einen Mikrokosmos bezeichnen, wo sich Vergnügungslokale in großer Zahl befanden, wo Theater gespielt wurde, wo das legendäre "Phönix-Kino" seinen architektonischen Charme verbreitete und wo Menschen aller Gesellschaftsschichten wohnten. (Schluss) zi/bs

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