Zwei ORF-Koproduktionen abgedreht

Politthriller "Der Briefbomber" und Doku-Drama "Die Manns"

Wien (OTS) - Gleich zwei ORF-Koproduktionen wurden in den vergangenen Tagen erfolgreich abgedreht: Gestern, Donnerstag, dem 21. September 2000, fiel nach rund sechswöchiger Drehzeit in Hamburg die letzte Klappe zu dem brisanten Politthriller "Der Briefbomber" - eine fiktionale Nacherzählung der österreichischen Briefbombenaffäre, die in den Jahren 1993 bis 1997 das ganze Land in Schrecken versetzte. Der ORF-Ausstrahlungstermin ist bereits Ende dieses Jahres geplant. Nach rund viermonatiger Drehdauer konnte schon am Donnerstag, dem 14. September 2000, die Mammutproduktion "Die Manns" - ein dreiteiliges hochkarätig besetztes TV-Doku-Drama über die Lebensgeschichte der bedeutendsten deutschen Künstlerfamilie des 20. Jahrhunderts -beendet werden. Das opulente Prestigeprojekt, zusammengesetzt aus exzellent gespielten und genauest recherchierten dokumentarischen Sequenzen, wird voraussichtlich im Herbst 2001 auf dem ORF-Spielplan stehen.

"Bomben-Einsatz" für Harald Krassnitzer
Nachdem der letzte Einsatz für die Hauptdarsteller Sylvester Groth und Harald Krassnitzer bereits einen Tag zuvor beendet war, standen gestern noch Special-Effect-Szenen am Drehplan der Hamburger Filmfirma Multimedia, die im Auftrag von ORF und ZDF produzierte:
"Wir haben gestern noch im Studio Special Effects zu jener Szene gedreht, in der am Klagenfurter Flughafen eine Rohrbombe beim Durchleuchtungsprozess in die Luft geht und dabei einen Polizisten schwer verletzt", erzählt Produktionsleiter Hans Busch. Die Dreharbeiten zu "Der Briefbomber" hatten am 9. Juli 2000 in Wien begonnen, wo das Filmteam rund zehn Tage arbeitete und den Großteil der Außenszenen des Thrillers drehte. Für die Innenszenen arbeitete das Filmteam vor allem in den Studios der Multimedia. "Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Kollegen während des Drehs in Wien und Umgebung war höchst professionell", lobt Produktionsleiter Busch die Unterstützung der Partnerfirma Satel Film. "Es war eine sehr angenehme Kooperation, die viel Spaß gemacht hat. Die Filmmuster, die ich bisher gesehen habe, beweisen das."
Ganz glatt verliefen die Dreharbeiten natürlich nicht: "Als Harald Krassnitzer sich bei einem Sturz so verletzte, dass er operiert werden musste, dachten wir schon, wir müssten ohne ihn auskommen und Ersatz suchen", erinnert sich Hans Busch an den Zwischenfall, der auch regen Niederschlag in der deutschsprachigen Presse fand. "Aber er hat sich so schnell erholt, dass wir fast nahtlos mit ihm weiterarbeiten konnten - zwar mit Gipsfuß, aber das war kein so großes Problem." Über diese Entwicklung sind alle Produzenten sehr glücklich: Schließlich war Harald Krassnitzer die Wunschbesetzung für die Rolle des Sprengstoffexperten Josef Retzbach.
Die beiden anderen Hauptparts des Films - die Rolle des Kriminalpsychologen, der in einer eigens eingerichteten Sondereinheit des Innenministeriums zur Lösung des Falls wesentlich beitrug, und jene der leitenden Kommissarin der Sondereinheit, Irina Zehender, spielten Sylvester Groth, und Bibiane Beglau. Als Briefbombenattentäter, mit Filmnamen Martin Fechter, stand Karl Fischer vor der Kamera. In weiteren Rollen werden Wolfgang Böck, Andreas Guenther, Edita Malovcic, Karlheinz Hackl, Gregor Seberg, Karl Heinz Bochnig u. v. a. zu sehen sein.
"Der Briefbomber" wurde von Torsten C. Fischer inszeniert, das Drehbuch dazu lieferte Holger Karsten Schmidt.
Die Koproduktion von ORF und ZDF, hergestellt von Multimedia Hamburg in Zusammenarbeit mit Satel Wien, wird voraussichtlich Ende 2000 im ORF zu sehen sein.

Spannende "Mann"-Trilogie mit Starbesetzung
Köln war Schauplatz für den letzten Drehtag der "Mann"-Saga, die nach insgesamt 83 Drehtagen endlich "im Kasten" ist. Der Spielteil des beeindruckenden deutschsprachigen TV-Großprojekt, das vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts die Lebensgeschichte des berühmten deutschen Schriftstellers Thomas Mann und seiner Familie erzählt, ist mit Hollywoodstar Armin Mueller-Stahl in der Rolle des Thomas Mann, Monica Bleibtreu als dessen Ehefrau Katia, Jürgen Hentsch als Heinrich Mann, Veronica Ferres als dessen zweite Ehefrau Nelly, der Oberösterreicherin Sophie Rois als älteste Thomas-Mann-Tochter Erika und vielen anderen hochkarätig besetzt.
Für den dokumentarischen Part der Trilogie begann Regisseur und Autor Heinrich Breloer bereits Ende 1997 damit, erste Interviews mit Zeitzeugen zu führen, darunter insgesamt 20 Stunden lang mit der Lieblingstocher des Nobelpreisträgers, Elisabeth Mann Borgese, die als Haupterzählerin der Trilogie fungiert und mit ihren persönlichen Erinnerungen erstmals an die Öffentlichkeit geht. Insgesamt interviewte Breloer, der bereits Anfang der achtziger Jahre gemeinsam mit Horst Königstein einen Film über die Lebensreise des Klaus Mann mit dem Titel "Treffpunkt im Unendlichen" realisierte und so auf die Idee kam, das Leben der Familie Thomas Manns zu verfilmen, in rund zwei Jahren sechzig Personen und sammelte 150 Stunden wertvolles Interviewmaterial.
Die drei rund neunzigminütigen Teile von "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" behandeln drei Lebensetappen der Familie Mann: Der erste Teil zeigt die Jahre 1923 bis 1933, das Leben der Manns in der Münchener Poschingerstraße bis hin zur Emigration aus Deutschland. In diese Zeit fallen unter anderem die Vollendung des Thomas-Mann-Romans "Der Zauberberg" und die Verleihung des Literaturnobelpreises an den Schriftsteller.
Im zweiten Part geht es um die Jahre von 1933 bis 1941: Thomas Mann muss mit seiner Familie ins Exil und nimmt nach Aufenthalten in Südfrankreich und in der Schweiz einen Lehrauftrag in Princeton, USA, an. Der dritte Teil des Dokumentardramas zeichnet das Leben des Schriftstellers von 1941 bis zu seinem Tod im Jahr 1955 nach - das Ende des Zweiten Weltkrieges, die Vollendung des "Doktor Faustus" und der "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", die ersten Reisen nach Deutschland, der Selbstmord seines Sohnes Klaus und der Tod seines Bruders Heinrich sowie die Übersiedelung in die Schweiz. Gedreht werden "Die Manns" an Originalschauplätzen in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Schweiz. Im südspanischen Almeria wurden jene Szenen gedreht, die im amerikanischen Exil der Manns, in Pacific Palisades, spielen. Die Münchner Familienvilla in der Poschingerstraße wurde in viermonatiger Kleinarbeit auf dem Bavaria-Film-Gelände originalgetreu nachgebaut.
Der ORF-Sendetermin dieser Koproduktion von Bavaria, WDR, BR, NDR, ARTE und ORF ist derzeit im Herbst 2001 angesetzt.

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