ÖGJ kritisiert Studiengebühren beim ORF-Symposium "Zukunft der Jugend"

Maringer spricht von bildungspolitischer Katastrophe

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Wien (ÖGJ/ÖGB). "Welchen Zugang hat diese Regierung zur Bildung?", diese Frage stellte Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), heute am zweiten Tag des ORF-Symposiums "Zukunft der Jugend". "Zuerst werden zahlreiche tiefgreifende Verschlechterungen für Lehrlinge beschlossen und jetzt geht es den StudentInnen an den Kragen", so Maringer. "Wenn es das Ziel der derzeitigen Regierung ist, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu schaffen, dann hat sie dies erreicht."++++

Für Maringer hat die Bundesregierung nun endgültig auch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verloren: "Noch am 27. Juli dieses Jahres bekräftige Kanzler Schüssel: ,Kein Sparen bei Familien und Bildung'. Ebenso Ministerin Gehrer, die noch am 3. August betonte:
,Bildung darf nicht kaputt gespart werden, denn sie ist unsere wichtigste Investition in die Zukunft'. ;Eine Diskussion um Studiengebühren gibt es einfach nicht.' In Anbetracht dieser Aussagen und der gestrigen Entscheidung im Ministerrat kann ich hier nur von klarem Wortbruch sprechen."

Den Gedankengang des Kanzlers, dass StudentInnen so rascher studieren könnten, kann der ÖGJ-Vorsitzende nicht nachvollziehen:
"Schon jetzt müssen mehr als zwei Drittel der StudentInnen neben ihrem Studium arbeiten, der Großteil, um sich die Ausbildung zu finanzieren. Um weitere 10.000 Schilling aufzutreiben, heißt es also noch mehr zu arbeiten, was wiederum weniger Zeit fürs Studium lässt." Bezüglich des diskutierten Darlehens stellt Maringer fest. "Offenbar ist es die Absicht der Regierung die StudentInnen gleich nach Abschluss ihres Studiums in die Schuldenfalle zu treiben."

Über die Aussage Prinzhorns, dass gute Bildung auch etwas kosten darf, ist Maringer entsetzt. "Durch die jährliche Studiengebühr von 10.000 Schilling wird den Jugendlichen die Chancengleichheit genommen. Noch dazu wird hier von StudentInnen kassiert, die keine Laborplätze bekommen, deren Prüfungstermine nicht vergeben werden, weil die Professoren als Experten für die Regierung arbeiten oder für die nicht einmal ein Stehplatz in den Hörsälen frei ist."

Für Maringer steht fest: "Die Österreichische Gewerkschaftsjugend als größte Interessenvertretung von arbeitenden oder in Ausbildung befindlichen Jugendlichen solidarisiert sich mit den StudentInnen. Gemeinsam - sozusagen als Partner - müssen wir jetzt gegen die bildungspolitischen Katastrophen der derzeitigen Regierung ankämpfen, sei es im Lehrlings- oder im StudentInnenbereich. Für uns kann jetzt nur eines gelten ,Fight for your Future'!" (aw)

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ÖGB, 20. September 2000
Nr. 760

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