ÖGB-Csörgits: "'Soziale Treffsicherheit' trifft wieder einmal Frauen hart"

ÖGB Frauenvorsitzende kritisiert geplante Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung

Wien (ÖGB) "Ich frage mich, wann diese Regierung das Mutterkreuz wieder einführt", empört sich die ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Renate Csörgits: "Kinderlose Frauen sind offenbar die beitragsfreie Mitversicherung nicht wert. Noch ist nicht klar, ob Frauen, die andere Pflegeaufgaben haben, sich also zum Beispiel um ihre Eltern oder Schwiegereltern kümmern, mitversichert sind oder nicht. Aber diesen Stil der neuen Regierung kennen wir ja schon -Husch, Pfusch und auch schon abgeschafft." Die ÖGB-Frauenvorsitzende weist darauf hin, dass Arbeiter, die in Hinkunft ihre Partnerin versichern wollen, den Dienstnehmerbeitrag von 3,95 Prozent ihres Bruttolohnes dafür bezahlen müssen, bei Angestellten beträgt dieser Beitrag 3,5 Prozent.++++

"Schnell beschließen, nur nicht nachdenken und vor allem nicht auf die Betroffenen schauen - so werden neuerdings Gesetze gemacht", erklärt die ÖGB-Frauenvorsitzende: "Und niemand denkt an die Frau, die auf Grund des Partnereinkommens keine Notstandshilfe erhält. In Zukunft muss sie auch noch kostenpflichtig mitversichert werden. Auch an die Frau, die vielleicht Kinder groß gezogen hat und danach den Wiedereinstieg nicht schafft, denkt in der derzeitigen Regierung wohl keiner." Die betroffenen Haushalte würde die Streichung der Mitversicherung einiges kosten. Csörgits nennt ein Beispiel: "Ein Arbeiter, der 20.000 Schilling brutto im Monat verdient, müsste so für die Versicherung seiner Ehefrau 537 Schilling im Monat bezahlen. Und es sind bei weitem nicht nur die Reichern, deren Partnerinnen nicht arbeiten gehen wollen oder eben können."

"Unfassbar ist auch der Plan der Regierung die Familienzuschüsse in der Arbeitslosenversicherung um 272 Schilling auf 400 Schilling zu kürzen", so die ÖGB-Vizepräsidentin abschließend: "Das trifft wieder einmal die Alleinerzieherinnen. Aber auch die passen ja offensichtlich nicht ins Frauenbild dieser Regierung. Gute Frauen sind Mütter, die in einer intakten Ehe leben und die müssen mit 'Karenzgeld für alle' gefördert werden. Die schlechten Frauen sollen, so will es offenbar die blauschwarze Regierung, dafür bezahlen."

ÖGB, 20. September 2000
Nr. 759

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Franz Fischill
Tel. (01) 534 44/510 DW oder 0699-1942 08 74
Fax.: (01) 533 52 93
E-Mail: presse@oegb.or.at
Homepage: www.oegb.at

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB