Gewerbeverein: Die Rache der Steuerreform 2000

Wien (OTS) - Das Defizit der österreichischen Leistungsbilanz hat sich von Jänner bis Ende Juli des laufenden Jahres ausgeweitet. Es stieg um rund 21,5 Milliarden auf 50 Milliarden Schilling.

Wirtschaftsforscher geben als Gründe für das höhere Defizit neben der österreichischen Konjunkturbelebung, den hohen Dollarkurs und Ölpreis sowie den geringeren Überschuss im Tourismus an.

Einfache Erklärungen an denen zumeist die anderen Schuld tragen, sind rasch zur Hand - auch von Universitätsprofessoren.

Realität ist, dass bereits Mitte 1999 das WIFO kritisierte, dass von den 32,5 Milliarden Steuerersparnis - die wir übrigens jetzt ordentlich überzahlt retournieren dürfen - 3,5 Milliarden Schilling zur Förderung des Wirtschaftsstandortes gewidmet waren. Dass die restlichen 29 Milliarden sofort in den Konsum gingen - und hier in den Export - war wohl von Anfang klar. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat mehrere Male vor dieser schiefen Optik gewarnt. Die Konsumausgaben gingen offenbar nicht in die Inlandsnachfrage, sie wurden im Ausland - sei es durch Einkäufe oder Fernreisen - verbraucht.

Der ÖGV schlägt vor, dass Regierungen künftig, bevor sie dem Steuerzahler etwas schenken (was ja jetzt lange nicht der Fall sein dürfte) nicht nur nachdenken, ob sie dafür auch Geld haben, sondern auch wohin dieses Geld fließt.

Und die Experten mögen ex post klar sagen, dass ihre seinerzeitigen Prognosen des Auslandskonsums tatsächlich eingetroffen sind. Dass es weniger Arbeitslose in diesem Land gibt, ist ja nicht der tollen Wirtschaftspolitik, welcher Regierung immer zuzuschreiben, sondern zu einem guten Teil der Wirtschaft selbst und dem hohen Dollarkurs. Noch klüger wäre es gewesen, von den 32,5 Milliarden nicht 29 in den Konsum zu leiten, sondern etwas für den Wirtschaftsstandort zu tun. So toll ist ja unsere Infrastruktur nun wirklich nicht.

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