Wirtschaft begrüßt Einführung von Studiengebühren

Chancengleichheit für schulische und berufliche Weiterbildung durch Studiengebühren gewahrt

Wien (PWK788) - Die von der Bundesregierung geplante Einführung
von durchaus moderaten Studiengebühren entspricht einer langjährigen Forderung der Wirtschaftskammer. Das österreichische Unikum, weder Studiengebühren noch Zugangsregelungen für den Hochschulsektor zu haben, hat sich, wie extreme Drop Out-Quoten und lange Studienzeiten zeigen, nicht bewährt. Österreich kann sich ein uneingeschränktes Gratisstudium für Alle nicht mehr leisten, umso mehr, als internationale Vergleichszahlen zeigen, dass dadurch keineswegs positive Auswirkungen erzielt werden.

Österreicher studieren mit durchschnittlich 7,4 Jahren am längsten, im Vergleich dazu Schweiz 5,5 Jahre oder in Frankreich 5,3 Jahre. Trotz Gratisstudiums hat Österreich mit 28 Prozent Studienanfängern eines Jahrganges wesentlich weniger als etwa Großbritannien, den Niederlanden und den skandinavischen Ländern mit mehr als 5o Prozent. Mangels Einnahmen hat Österreich auch extrem hohe durchschnittliche Gesamtausgaben pro Student mit knapp 64.000 US-Dollar. Der OECD-Schnitt liegt bei 32.800 US-Dollar.

Studiengebühren sollten auch als Chance für eine innere Studienreform gesehen werden. Die Wirtschaft erwartet sich eine intensivere Betreuung der Studierenden und eine Verkürzung der Studienzeiten. Ein Teil der Studiengebühren sollte über verbesserte und erhöhte Stipendien an leistungsfähige und leistungsbereite bedürftige Studenten zurückfließen, damit es zu keinen sozialen Ausgrenzungen Studierfähiger und Studierwilliger kommt. Nicht vergessen werden darf, dass Studierende über das System der Familienförderung nach wie vor intensiv unterstützt werden.

In diesem Zusammenhang erinnert die Wirtschaft an ihr Konzept eines Bildungsschecks oder Bildungskontos, für das die Einführung der Studiengebühren einen ersten Schritt darstellen könnte. Der Wirtschaft geht es um Chancengleichheit zwischen Studierenden und Nichtstudierenden. Letztere haben schon derzeit etwa für Meisterprüfungsvorbereitungen, Werkmeisterschulen, Qualifikationskursen im WIFI oder BFI Teilnehmergebühren zu zahlen und belasten das staatliche Studiensystem nicht. (pt)

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