ÖGJ: Wann kommt das Volksschul-Darlehen?

Studenten nicht in die Schuldenfalle treiben

Wien (ÖGJ/ÖGB). "Die Damen und Herrn, die am Grünen Tisch verhandeln, können leicht bei 5.000 Schilling pro Semester über ,moderate Beiträge' reden", so Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Für StudentInnen bzw. ihre Eltern sieht dies jedoch anders aus. Vor allem wenn, wie in manchen Familien, mehrere Kinder studieren."++++

"Durch diese Einführung werden noch mehr StudentInnen als bisher gezwungen, Teilzeitjobs anzunehmen. Wenn Herr Kanzler Schüssel glaubt, dadurch könnte er die Studienzeit verkürzen, ist das der falschen Ansatz", erklärt Stefan Maderner, Bundessekretär der ÖGJ. "Viel wichtiger wäre es, die Universitäten zu reformieren und den StudentInnen durch ein größeres Kurskontingent ein schnelleres Studieren zu ermöglichen."

Maderner: "Aufgabe der Bundesregierung muss es sein, die Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, die notwendig sind, um eine hochqualitative Ausbildung junger Menschen garantieren zu können. Nicht den Studenten sondern den Nutznießern von gut ausgebildeten jungen Menschen, sprich der österreichischen Wirtschaft, ist ein Beitrag dafür abzuverlangen."

"Es hat den Anschein, dass es der derzeitigen Regierung lieber ist durch das Studentendarlehen, die jungen Menschen in die Schuldenfalle zu treiben, als in eine gute Ausbildung zu investieren. Zumal bereits die Freifahrt entfallen ist, niemand über einen Heizkostenzuschuss für StudentInnen nachdenkt und bereits seit der vergangenen Reform 30.000 Studierende ohne Familienbeihilfe auskommen müssen", so Maringer weiter. "Ich frage mich: Wann kommt das Volksschuldarlehen?" (aw)

ÖGB, 20. September 2000
Nr. 757

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