Ferrero-Waldner bei der 44. Generalkonferenz der Internationalen Atom-Energiebehörde

Außenministerin tritt für erhöhte nukleare Sicherheit ein

Wien (OTS) - In ihrer Rede vor der 44. Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde am 19. September in Wien setzte sich Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Benita Ferrero-Waldner insbesondere für erhöhte nukleare Sicherheit ein: "Es ist unumgänglich, daß die höchsten nuklearen Sicherheitsstandards in allen Phasen des nuklearen Brennstoffkreislaufes weltweit umgesetzt und eingehalten werden. Staaten, die nukleare Aktivitäten setzen, tragen eine besondere Verantwortung nicht nur gegenüber den eigenen Staatsbürgern, sondern ebenso gegenüber den Bürgern anderer Staaten, insbesondere von Nachbarstaaten."

Die Bundesministerin unterstrich, daß Österreich der nuklearen Sicherheit im Rahmen der Verhandlungen zur EU-Erweiterung besondere Bedeutung beimesse und betonte, daß ein technologisches, regulatorisches und operationelles Sicherheitsniveau gewährleistet sein müsse, das dem Stand der Technik in der EU entspreche. Weiters wies sie darauf hin, dass ein umfassender und regelmäßiger Informationsaustausch auf internationaler und detaillierter auf bilateraler Ebene für Österreich äußerst wichtig seien.

Hinsichtlich der bevorstehenden Schließung einiger Nuklearreaktoren sowjetischer Bauart, die nicht mehr auf das erforderliche technische Sicherheitsniveau nachgerüstet werden können, stellte Ferrero-Waldner fest, daß die Regelungen für die Dekommissionierung und die Entsorgung von radioaktivem Abfall zum Teil nach wie vor unzureichend seien. Sie lud die IAEO ein, ihre Bemühungen auf diesem Gebiet weiter zu verstärken. Ebenso appellierte sie an die internationale Gemeinschaft, die Sicherheit von Forschungsreaktoren zu verbessern. Eine größere Kompetenz für die IAEO im Bereich der nuklearen Sicherheit sei überlegenswert. Dabei unterstrich sie die Bedeutung der Konvention über nukleare Sicherheit und der Gemeinsamen Konvention betreffend die Sicherheit abgebrannter Brennelemente sowie radioaktiven Abfalls.

Sie unterstrich, daß Österreich im Rahmen der Debatte über nachhaltige Entwicklung für die Kernenergie keine Rolle sehe. In dieser Diskussion dürfte weniger die Entwicklung neuer Reaktortypen im Vordergrund stehen, sondern es müssten auch andere Faktoren wie etwa die Beteiligung der Bürger am Entscheidungsprozeß, radiologische Auswirkungen sowie eine ausführliche Kosten-/Nutzenanalyse berücksichtigt werden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

BMaA,
Dr. Günther,
Tel. (01) 53115-3379

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAA/OTS