Gewerbeverein: Wenig Kreativität bei Treffsicherheits-Experten

Wien (OTS) - Experten wurden um teures Geld über die Treffsicherheit des österreichischen Sozialsystems befragt. Das Übliche ist ihnen eingefallen - eben das, was in dreißig Jahren Sozialdemokratie überzogen wurde - so der Gewerbeverein (ÖGV).

Radikal - von der Wurzel weg - nachzudenken, scheint auch in einem Land, in dem immer alles so war, selbst Experten schwerzufallen. Es müsste doch einem Experten auffallen, dass Frauen hierzulande ein um fünf Jahre niedrigeres Pensionsantrittsalter haben, als Männer. Sie leben dafür im Schnitt auch sechs Jahre länger.

Nun soll es Frauen geben, die die selbe Lebensbelastung wie Männer haben: Sie versorgen keine Kinder, haben einen normalen Beruf und weisen somit keine andere Lebensarchitektur als Männer auf.

Warum diese Frauen elf Jahre länger Pensionsleistungen beziehen als Männer ist unverständlich. Unsere Experten scheinen im Vorurteil gefangen, dass es dazu eine Verfassungsbestimmung gibt und die ist in der derzeitigen politischen Realität nicht abzuändern.

Experten werden aber - in der Regel - nicht befragt, was politisch machbar ist, sie werden befragt, welche kreativen Ideen sie hervorzubringen imstande sind. Die politische Durchsetzung ist Aufgabe der Politiker.

Dass die Mazal-Gruppe durchaus die beitragsfreie Mitversicherung -bisher ebenfalls ein österreichisches Dogma - nunmehr partiell infrage stellt ist wichtig. Dass sie sich ans geschlechtsspezifische Pensionsantrittsalter nicht wagte, ist feige. Immerhin weiß der Beamte Mazal ja wohl, dass bei seiner Berufsgruppe das Pensionsantrittsalter nicht vom Geschlecht abhängt.

Dass aber durch die Neuregelung im ASVG, Präsenzdiener, die nach dem 1.10. 1945 geboren sind, bei der Berechnung des Pensionsantrittsalter ihre "Zwangsarbeit für die Republik³ ersatzlos gestrichen erhielten, hält Prof. Mazal offenbar für sozial treffsicher - er fällt ja nicht unter das ASVG.

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