Faißt: "Den Studierenden wurde beinhart ins Gesicht gelogen"

Wien (OTS) - Heute soll im Ministerrat beschlossen werden, daß an Österreichs Universitäten ab 2001 Studiengebühren für alle eingeführt werden. Ab kommendem Jahr wird somit jeder Studierende mit öS 5.000,-pro Semester zur Kasse gebeten.

"Dieser Schritt bedeutet nicht nur das Aus für den gebührenfreien Hochschulzugang, sondern damit bricht die Regierung ganz klar ihr Wort", so ÖH Vorsitzender Martin Faißt in einer ersten Reaktion. Die Bildungsministerin hat seit ihrem Amtsantritt mehrfach versichert, dass das Grundstudium, inklusive Doktoratsstudium, frei bleiben wird. Auch im Regierungsprogramm wurden Studiengebühren in keinster Weise erwähnt.

Nachhaltige und umfassende Reformen an den Universitäten durchzuführen, scheint kein Thema mehr zu sein. "Gewählt wurde der für die Regierung einfache, für die Betroffenen brutale Weg", so Faißt. Dieser Schritt wirft uns in der Bildungspolitik Jahrzehnte zurück. Chancengleichheit für alle ist durch die Einführung von Studiengebühren nicht mehr gegeben.

"Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung sind für die Regierung nicht entscheidend, ansonsten hätte man Schritte zu einer umfassenden Strukturreform eingeleitet", erklärt Faißt.
Die in Österreich geplanten Maßnahmen können nur als Effekthascherei bezeichnet werden, die kurzfristige finanzielle Einsparungen und Mehreinnahmen über alles stellen. Jetzt wird dafür der gebührenfreie Hochschulzugang geopfert.

Schlechte Betreuungssituation, mehr Studierende als Seminarplätze, Warteliste bei Prüfungsterminen gehören zum Studienalltag. Studierende werden für minderwertige Leistungen und organisatorische Schwächen bezahlen müssen", so Martin Faißt.
Nach 1996 wieder ein Sparpaket für die Studierenden zu veranlassen, ist blanker Zynismus.

Pressekonferenz der Österreichischen Hochschülerschaft
heute, Dienstag, 19. September 2000
12 Uhr 30
Café Stein

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