Exporte in den Mittleren und Nahen Osten haben Talsohle erreicht

Winkler: Österreich konnte trotz Export-Rückganges seine Marktanteile halten

Wien (PWK783) - "Nach überdurchschnittlichen Wachstumsraten in den letzten Jahren stiegen die österreichischen Exporte 1999 in die Länder des Nahen und Mittleren Osten gegenüber dem Jahr davor nur um 1 Prozent auf 13 Mrd Schilling. Im ersten Halbjahr 2000 verzeichneten sie sogar einen Rückgang um ca. 8 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte und im nächsten Jahr dürfte sich die Exportkurve jedoch wieder hinaufbewegen", rechnet der Leiter der Außenwirtschaftsorganisation, Generalsekretär Stv. der Wirtschaftskammer Österreich Egon Winkler. Gemeinsam mit den österreichischen Handelsdelegierten in dieser Region informierte Winkler heute, Dienstag, vor Journalisten über die neuesten Außenhandelsentwicklungen im Mittleren und Nahen Osten.

Verantwortlich für die geringen Zuwächse und teilweise auch Einbrüche im Exportgeschäft mit Mittel- und Nahost sei vor allem der Ölpreiseinbruch, der 1998 in den erdölproduzierenden Ländern zu rigorosen Sparmaßnahmen führte, erklärte Winkler. Dies wirkte sich sowohl auf die staatlichen Investitionen als auch auf den Konsumsektor und somit auf die Importe dieser Länder negativ aus.

"Österreich musste trotz der vorübergehenden schwachen Exportentwicklung jedoch keine Marktanteile in der Mittel- und Nahostregion einbüßen", betonte der Generalsekretär Stellvertreter. Außerdem konnte die stark positive Handelsbilanz Österreichs mit diesen Staaten beibehalten werden. Die Importe liegen nach einem Zuwachs von 27,1 Prozent im Jahr 1999 mit einem Wert von 6,2 Mrd Schilling etwa bei der Hälfte des Exportwertes.

Die für Österreich wichtigsten Exportmärkte im Mittleren und Nahen Osten sind der Iran, wohin 1999 Waren im Wert von 2,9 Mrd Schilling geliefert wurden, Saudi-Arabien (2 Mrd Schilling), die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Israel. Exportiert werden vor allem Maschinen und Fahrzeuge, medizinisch-pharmazeutische Erzeugnisse, Arzneiwaren, Papier und Pappe, Papierwaren und Glaswaren. Der überwiegende Teil der Importe besteht aus Rohöl und -derivaten, weiters werden Aluminium, Textilien und Gemüse eingeführt.

"Während im ersten Halbjahr die österreichischen Exporte zu fast allen wichtigen Handelspartnern in dieser Region zurückgingen, konnten interessanterweise die Exporte nach Israel trotz EU-Sanktionen um 14 Prozent auf über 930 Mio Schilling zulegen", bemerkte Winkler.

Insgesamt werde das Marktpotenzial der Staaten des Mittleren und Nahen Ostens mit rund 330 Mio Einwohnern allerdings von den österreichischen Unternehmen noch zu wenig genutzt. Winkler: "Gute Marktchancen bestehen für Österreichs Wirtschaft vor allem durch die Privatisierungs- und Diversifizierungsbemühungen der einzelnen Staaten in den Bereichen Energie, Wasserwirtschaft, Umwelt, Infrastrukturausbau sowie im Spitalssektor. Neben dem klassischen Export gewinnen auch andere Formen der Zusammenarbeit immer mehr an Bedeutung, insbesondere am Dienstleistungssektor, wie zB Sonderanfertigungen, Engineeringkonzepte und Montagearbeiten bei internationalen Großprojekten. In diesen Bereichen sind auch zahlreiche kleinere und mittlere österreichische Firmen tätig."

In den Ländern des Mittleren und Nahen Ostens spielt der persönliche Kontakt vor Ort eine große Rolle. Die Wirtschaftskammer Österreich führt deshalb immer wieder Wirtschaftsmissionen in diese Region durch, wie heuer bereits nach Bagdad, Saudi Arabien, Ägypten und in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman. Im Herbst folgen Reisen nach Syrien, Libanon und Jordanien sowie nach Kuwait, Bahrain und Katar. (Ne)

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