Sallmutter: Kein Sparen bei den Kranken!

Einsparungspotential bei Anbietern überprüfen

Wien (GPA/ÖGB). Gegen die Vorschläge des Gesundheitsstaatssekretärs Waneck, die "Treffsicherheit" der Krankenkassen durch Einführung neuer Eigenleistungen zu erhöhen, sprach sich der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter aus. Sallmutter sieht in diesem - nur auf den ersten Blick sozial wirkenden - Vorschlag des Gesundheitsstaatssekretärs einen ersten, heimlichen aber dramatischen Schritt in Richtung Spaltung des Krankenversicherungssystems."++++

"Denn wenn einmal die Besserverdienenden den Eindruck gewonnen haben, ihre hohen Beiträge stünden in keinem nachvollziehbaren Verhältnis mehr zu den Leistungen, die sie zu erwarten haben, werden sie sich vehement für die Möglichkeit einsetzen, aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln", so Sallmutter.

Die Erfahrungen aus Deutschland zeigten aber, dass dies im Endeffekt bedeute, dass nur mehr die versicherungsmathematisch schlechten Risiken in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, was deren Kostensituation verschlechtert. "Das erfordert dann zwangsläufig wieder höhere Beiträge", argumentiert Sallmutter. Waneck möge statt dessen überlegen, wie er die Leistungsanbieter, hier vor allem die Ärzte und die Pharmaindustrie, zu mehr Kostenbewußtsein und zu sparsamem Umgang mit den Geldern der gesetzlichen Sozialversicherung motivieren könne.

Die schleichenden Schritte in Richtung Aufspaltung des Sozialversicherungssystems werden hingegen jedenfalls auf den harten Widerstand seiner Gewerkschaft stoßen, betonte Sallmutter.

Es gehe nicht darum, Anwalt der Besserverdienenden zu sein, sondern die Einheit der Solidargemeinschaft der Sozialversicherten zu erhalten. Denn jeder internationale Vergleich mache deutlich, dass jene Staaten, die kein solidarisches gesetzliches Sozialversicherungssystem haben, deutlich höhere Gesundheitskosten hätten, ohne dass damit automatisch die Qualität der Versorgung besser sei, so Sallmutter.
ÖGB, 18. September 2000
Nr. 744

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